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Bettina Kummer berichtet aus Jersey (England)

Jersey August 2015

 

Wir hatten es geschafft und waren der ungewohnten Sommerhitze 2015 in Deutschland entflohen. Als wir Samstagabend in Jersey aus dem Flugzeug stiegen, umfingen uns angenehme 22 °C und eine kühlende Seebrise vom nahen Meer. Die gesamte Inselnordseite hatte aus der Luft wie ein klippengesäumter Zwilling der schottischen Küste gewirkt, im Süden jedoch zeigte sie sich mit breiten Sandbuchten von beinahe mediterranem Charme. Die Insel sah im Licht der späten Sonne malerisch aus, aber sie wirkte im Anflug so klein, fast winzig. Ob es sich hier wirklich eine Woche aushalten lässt?

 

Mein Mann und ich, beide in den 30ern, waren bisher aktive Strandurlaube gewöhnt. Was so viel heißt, wie: vormittags am Strand oder Pool chillen, nachmittags mit einem Leihauto die Kulturzentren eines Landes und abends das Nachtleben unsicher zu machen. Man war nie an einen Ort gebunden und es kam keine Langeweile auf. Doch Jersey sollte unser erster Urlaub seit langem sein, in dem wir kein Leihauto nehmen würden. Zunächst einmal, weil ich dem Linksverkehr nicht über den Weg traute und weil wir nicht hergekommen waren, um uns mit Inselrundfahrten und sonstigem Touristenkram die Zeit zu vertreiben. Wir waren hier, um zu lernen!

 

Ab Montag würden wir eine Woche lang die Schulbank drücken. Sprachurlaub stand auf dem Programm - für meinen Mann und mich absolutes Neuland.

Doch der Sprung ins Ungewisse wurde uns durch hilfreiche Infos vom Reisebüro und dem Veranstalter iSt erleichtert. Auch die Empfehlung unserer Pension war ein absoluter Volltreffer.

 

The Panorama, eine kleine Pension eine Straße oberhalb des Hafens von St. Aubin gelegen, war ein Schmuckstück, das an britischem Flair kaum zu überbieten war. Orientteppiche, Brokatvorhänge und die eindrucksvolle Teekannensammlung wurden vom Besitzerehepaar Mr. und Mrs. Squires ebenso liebevoll gepflegt, wie der englische Rasen samt opulentem Blumengarten mit Sicht auf den Hafen. Als Mr. Squires mit seinen gefühlt 75 Jahren seiner Mrs. mit »Honey? Would you join me to welcome our new guests« rief, sobald wir das Haus betraten, war das Idyll perfekt.

Am nächsten Morgen durften wir auch noch eine weitere Qualität des Hauses kennenlernen; das Frühstück. Täglich wurde man mit einem kleinen aber feinen Buffet, sowie frisch gebrutzelten Eiern oder auch mal Pancakes verwöhnt. Das typische Beans&Sausage-Frühstück fehlte auf der Karte natürlich nicht.

 

So gestärkt saßen wir am Montagmorgen im Gemeinschaftsraum, einer kleinen Bockhütte vor der Schule, und absolvierten unseren Einstufungstest - dank guter Vorbereitung ohne flatternde Nerven.

Bis zur Klärung der Ergebnisse erhielten wir von Schuldirektor Sid eine ausführliche Einweisung in den Schulalltag; alles war sehr familiär und man ging gleich zum »Du« über. Es folgte noch allgemein Wissenswertes über die Insel und wie man gemeinsam die Freizeit verbringen könnte. Mit Begeisterung stellten mein Mann und ich fest, dass wir trotz Intensivkurs, mit Vor- und Nachmittagsunterricht, an einigen der angebotenen Gruppenaktivitäten teilnehmen könnten. Gleich die Erste davon sollte am Nachmittag starten.

 

Der Rest, des verbliebenden Vormittags wurde in den Klassen genutzt, um sich erst einmal zu beschnuppern und Vorstellungen und Wünsche für die kommende Schulwoche auszutauschen. Der Unterricht sollte sich vorrangig an unseren Bedürfnissen orientieren und folgte keinem vorab festgelegten Themenplan. Das fand ich sehr gut und man hatte sich innerhalb der 8-köpfigen Klasse schnell auf signifikante Eckpunkte geeinigt.

 

Nach der Mittagspause packten dann Schüler und Lehrer gemeinsam die Sachen, um auf Wanderschaft zu gehen. Die erst optionale Gruppenaktivität war ein Ausflug zum Devil´s Hole im Inselnorden. Wir wurden mit dem schuleigenen Bus bis zum Parkplatz gefahren und folgten den erfahrenen Lehrkräften dann im Gänsemarsch die Küstenroute hinab bis zu einem natürlichen Felsnadelöhr. Bei starken Stürmen sollte es das Meerwasser ausspeien wie ein Teufel - was nur eine der vielen Erklärungen für den Namen dieses Naturschauspiels war. Zum Glück gebärdete sich das Wetter aber zahm und wir konnten noch weitere 1,5h an den Klippen entlang bis zur Ortschaft Greve de Lec laufen. Die Tour bot gute Gelegenheiten, mit den anderen Schülern in Kontakt zu kommen und eine Vielzahl von eindrucksvollen Fotomotiven.

 

Die nächsten Schultage gliederten sich in 2 Schulstunden mit Teacher Pete und 2 Schulstunden mit Teacher Alan am Vormittag sowie 2 Schulstunden Conversation mit Teacher Matt am Nachmittag. Jeder der Lehrer hatte seine ganz persönliche Note, was den Unterricht sehr vielfältig und abwechslungsreich gestaltete.

 

Mittags hatte man immer Gelegenheit mit französischen, spanischen und Mitschülern vieler anderer Nationalitäten zu plauschen (selbstverständlich auf Englisch). Abends trafen wir uns am Dienstag zu einem obligatorischen Pint Guiness im Travalgar´s Pub. Am Donnerstag machte die gesamte Schule ein Dinner im Old Smugglers Inn, einem authentischen Gasthaus mit Piratencharme, in dem es neben Fish&Chips viele weitere Spezialitäten gab. Das Gefühl, nicht nur zum Arbeiten auf Jersey zu sein, sondern auch Spaß zu haben und neue Freundschaften zu schließen, stieg mit jedem Tag. Und was soll ich sagen, das fehlende Leihauto hatte ich nie vermisst. Wir hatten immer die Möglichkeit uns gut organisierten sozialen Aktivitäten anzuschließen, wenn wir es wollten. So kam nie Langeweile auf und unsere Sprachkenntnisse haben von dem regen Austausch wirklich profitiert. Das Ziel des Urlaubs, nämlich unser Englisch zu verbessern, wurde selbst nach dieser einen, viel zu kurzen, Woche erreicht und wir hatten wirklich Spaß dabei.

Eine Erfahrung, die wir unbedingt noch einmal wiederholen werden.

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