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Dr. Wolfgang Dalk berichtet aus San Bartolomeo (Italien)

Wohin ich auch in den Buchhandlungen schaue, überall finde ich Büchlein mit dem Werbeversprechen „Italienisch in 30 Tagen“, „Nur ein Wochenende und schon im Italienischen sicher“, ja sogar „Italienisch mitreden können in 5 Stunden“. Das mögen nicht nur Versprechungen sein. Vielleicht gibt es auch Sprachtalente, für die eine solche Einsteigerlektüre gemacht ist. Gewiss darf für Sprachreisen vorbereitend auch zu solchen Hilfen gegriffen werden. Aber nichts ersetzt die unmittelbare Begegnung mit Sprachlehrern wie Sahra und Carlo und vor allem den Einheimischen von San Bartolomeo! Schon aus dieser Sicht, ist ein Sprachkurs im jeweiligen Land  – selbst für Anfänger im fortgeschrittenen Alter wie ich (69!) – wärmstens ans Herz zu legen. Ist man dann noch so gut untergebracht wie ich es im Hotel „Bellavista“ war, dann ist der Sprachkurs noch lange in guter Erinnerung und immer ein Anstoß weiter an seinen Italienisch-Kenntnissen zu arbeiten.

Es ist eine gute Idee, von Berlin nach Nizza zu fliegen und dann mit einem Leihwagen auf der Küstenstraße die italienische Riviera zu genießen. Wundervoll!  Man muss nicht lange suchen, um viele gute Gründe zu finden, dieses Ligurien zu lieben: die wundervoll angelegte Straße in Strandnähe, manchmal nur leicht hüglig ansteigend, dann abenteuerlich abschüssig und kurvenreich sich neigend zum Mar Ligure oder scheinbar eins werdend mit dem Wasser des Meeres. Schönheit, Farben, Kontraste und Stimmungen im Wechsel der traditionsreichen Seebäder mit ihrer imposanten Bäderarchitektur – all das macht schon den ersten guten Eindruck aus.

Dabei können solche Erinnerungen kommen, wie jene, die diesen französischen Uralt-Film noch einmal aufflackern lassen: „Schussfahrt nach San Remo“. Im Peugeot 208 bekomme ich so eine Ahnung davon, wie sich die Radsportler fühlen, die noch heute in halsbrecherischer Manier mit „Schussfahrt“  in das Stadt-Centrum von San Remo sausen. Bei den späteren Ausflügen werden ich mir dauernd die Geschwindigkeitsbegrenzung ins Gedächtnis rufen „Cinquanta, Cinquanta…“ Jetzt werfe ich ab und an einen Blick auch auf Landschaft und Ligurisches Meer. Manchmal eingezwängt zwischen Hügeln, mal hineingeträumt in eine Traverse, dann wieder auf Terrassen angelegt liegen Villen von bestaunenswerter Eleganz. Vorsatz: Da fährst du noch einmal hin, wenn es Sprachkurs und Freizeit erlauben… Nach San Remo kommt Arma di Taggia in den Blick, San Lorenzo al Mare und Imperia, dann San Bartolomeo al Mare. Die Hauptstraße Via Traversa ist abenteuerlich befahren, die Motorradfahrer erfordern höchste Aufmerksamkeit und ein Duft liegt in der Luft. Der wird mir später von Professora Sahra als Abbacchi al forno mit gerösteten Peperoncici identifiziert – wie überhaupt die Lehrerin und ihr Kollege Carlo stets einen Blick über den Zaun des Sprachkurses werfen, um mir Land und Leute, Brauchtum und Lebensart näher zu bringen. Doch erst einmal fahre ich links in die Via Roma und anschließend wieder links in die Via Mazzini und erreiche das Hotel „Bellavista“. Herzliche Begrüßung – Laura und Enrico werden mir als Gastgeber ans Herz wachsen und eine antreibende Kraft für mein Italienisch-Studium werden. Großartige Unterkunft mit Balkon – „Momenti magici, relax…Lascialevi accogliere dalla nostra ospitalita…Sapori genuini del mediterraneo…“ – alles stimmt und noch viel mehr. Fußläufig ist anderentags die Sprachschule zu erreichen. Da knattern zwar die obligaten Motorräder mit der üblichen Höllengeschwindigkeit durch die Via Traversa, aber an der nahegelegenen Strandpromenade sitzen die Italiener und ihre Urlaubsgäste auf schmucken Bänken, blicken auf Meer und laden zu Gesprächen. Denen bin ich erst in drei Tagen etwas glücklicher gewachsen, aber ich nehme die Herausforderung an, zumal sehr geduldig jeder Fehler hingenommen und manchmal korrigiert wird. San Bartolomeo wirft sich dabei nicht an jeder Ecke den Touristen mit irgendwelchem billigen Tand an den Hals. Beim Aperitivo darf sich jeder eingemeindet fühlen. Als tranquilla, gemütlich, beschreiben Sahra und Carlo ihre Stadt, die sie nach Feierabend in Richtung Imperia verlassen, wo beide Wohnung bezogen haben. Nicht nur Imperia besuche ich, auch das Alassio der Schickeria, die Kirche von Cervo, die uns Carlos Tochter mit Charme und Sachverstand präsentiert. Stress scheint unbekannt. San Bartolomeo, das ist auch die Entdeckung der Langsamkeit. Etwas sehr Erholsames für die getriebene deutsche Seele. Denn die braucht Kraft und Konzentration für den Sprachunterricht, der den Vormittag ausfüllt und den Nachmittag freimacht für eigene Unternehmungen. Die führen nach Tovo San Giocomo, Cinque Terre oder Pairola – letzterer Zielort wird aber erlaufen, besser: errannt. Denn als Marathonläufer will ich trotz der dominanten geistigen Anstrengung auch meine Trainingsrunden absolvieren. Die hüglige Umgebung lädt geradezu ein. Doch es sind die kleineren und größeren Städte am Meer, die besonders anziehen: Allbenga, Borgio Verrezzi und Savona. Ihr Besuch ist ein Erlebnis, aber auch kraftraubend. So notiere ich am 9. Tag für den Sprachkurs selbstkritisch: Io stanko morte. Mi preparazione malte, si sono molte male, perche devo e posso, e voglio con verbi modali – alla mezzo  notte studiare! Fehlerhaft, ich weiß. Aber auch das ist Sprachkurs, wenn man ihn ernst nimmt.

So bleibt es ein weiteres Ringen um eine Sprache, die ich lieben gelernt habe und der ich mich Schritt für Schritt annähern will, um mit ihr immer besser umgehen zu können. Dabei ist mir gewiss, dass das nicht der letzte Sprachkurs ist, den ich besuche. Denn weder die Wörterbücher, noch die gesammelten Texte auch nicht die Sprachübungen im Internet reichen, um die unmittelbare Begegnung mit der noch fremden Sprache ersetzen können. Also bleibt es dabei. Eifrig lernen und auf der Basis des Kurses von San Bartolomeo die Schwierigkeiten meistern.

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