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Manuela Winkler berichtet aus Tropea (Italien)

Sonntag Abend: Landung auf dem kalabresischen Flughafen Lamezia Terme und ich merke sofort, dass ich in Italien bin! Wo ist der angekündigte Fahrer, der mich in das Appartement nach Tropea fahren soll? Als nach einer Weile ein dicker, wild gestikulierender Italiener mit grauen Haaren auf mich zusteuert, weiß ich, dass er mein Fahrer ist .... nur leider kann Carmello kein Deutsch. Mit viel Geduld versucht er die tief verschütteten Italienischbrocken aus meinem Mund herauszulocken, aber ich bleibe hart: es ist zu schwer einen vernünftigen Satz rauszubringen und ich zucke nur immer wieder hilflos mit den Schultern. Ich fürchte mich vor dem ersten Unterrichtstag! Ob ich mich nicht vielleicht übernommen und meine Italienischkenntnisse überschätzt habe?

Das denke ich mir auch am nächsten Tag auf dem Weg vom Appartement zur Schule, der sich mir aus der Stadtkarte nicht ganz genau erschließt. Wieder muss ich mein verschüttetes Italienisch anwenden und nach dem Weg zur Schule fragen, die natürlich in Tropea jeder Einwohner kennt. Sie sind nett, die Kalabresen – vor allem, wenn sich jemand um ihre Sprache bemüht und ein bißchen conversazione üben möchte.

Nach dem Einstufungstest beginnt die erste Unterrichtseinheit. Wir sind zu fünft und haben alle große Angst uns beim Sprechen zu blamieren. Da wir uns aber alle in der selben Situation befinden und etwas dazulernen wollen, quasseln wir nach zwei Stunden schon unbeschwerter. Ein Kurs mit fünf Frauen: da geht in der Konversationsstunde nie der Gesprächsstoff aus. Während der Schwierigkeitsstufen Elementare 1, 2 und Medio 1 sprechen wir über italienische Politik, den Unterschied von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft, Religion in Deutschland und Kalabrien, deutsche und italienische Filme, über die Mafia und die EU-Wahlen. Selbst mit wenig Grammatik- und Vokabularkenntnissen können wir über fast alles reden.

Jeden Nachmittag finden sich am Strand von Tropea in größeren Abständen einige hellhäutige Menschengruppen ein, die hauptsächlich aus der Schweiz, Österreich und Deutschland kommen. Sie sind eingecremt, haben Italienischbücher auf ihrem Handtuch liegen, Sonnenschirme aufgespannt, reden viel, lachen und werden von braungebrannten Italienern beobachtet, die sich in einem Radius von zwei Metern um die Hellhäutigen scharen. Die Tropeaner haben in den letzten Jahren mitbekommen, dass die meisten Besucher der Piccola Università Italiana weiblich sind und dass die ein oder andere nichts gegen einen Urlaubsflirt hat.

Nach vier Wochen Tropea fällt es mir schwer zu gehen. Ich komme mir vor wie ein alt eingesessener Tropeaner, als ich mich von Jung und Alt im Städtchen verabschiede. Zuerst der Alimentari-Laden, wo ich mich immer mit Wasser, Wein, Salami, ... eingedeckt habe. Die voluminöse Mamma steht mit ihrer fast noch umfangreicheren Tochter wie immer in dem dunklen, kühlen Laden und begrüßte mich lachend. Das sei ja schade, dass ich schon wieder nach Deutschland zurück muss ... ob ich denn wiederkommen werde... Naturalemente! Dafür bekomme ich sogar einen Becher Oliven geschenkt.
Jetzt weiter zum Tabacchi-Laden. Hier wurde mir am ersten Tag, als ich noch hilflos durch Tropea irrte, der Weg zur Schule erklärt und jeden Morgen auf dem Weg vom Appartement zur Schule begrüßte mich einer der beiden Herren aus dem Laden mit einem lachenden Buon Giorno, Signorina! Die zwei Italiener reifen Alters strahlten immer, wenn ich mein neu erlerntes Italienisch an ihnen erprobte. Und: auch ihnen musste ich versprechen, wiederzukommen ... Küsschen, Küsschen!

Meine Pizzabäcker dürfen natürlich nicht zu kurz kommen. Die ganze Familie arbeitet in der kleinen Pizzeria auf der Piazza: drei Brüder, die Schwester und manchmal auch die Eltern. Wir tauschen Adressen aus und Gabrielle kündigt mir an, mich im September zu besuchen, weil er da sowieso in München auf dem Oktoberfest ist .... Vabene, ci videamo! Ich nehme mir noch eine der vorzüglichen Pizzas mit und werde von der ganzen Familie zum Abschied gedrückt.

Dann schaue ich noch bei der Schule vorbei, bei zwei weiteren Alimentari-Läden, der Internetkneipe, der Bar. Schnell habe ich mich ans italienische Leben gewöhnt: ich quatsche mit jedem, rufe über die Piazza, verbringe die größte Mittagshitze in der sonnengeschützten Wohnung und die angenehmen Abende am Corso mit einem Aperitivo in der Hand und interessanten Leuten um mich herum. 

Der Sprachurlaub hat mir sehr gut gefallen. Meine Lehrer waren hervorragend, das Städtchen war schön, die Leute interessant und natürlich waren Wetter und Essen traumhaft!

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