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Simone Zech berichtet aus Tropea (Italien)

Ciao tutti,

ich habe schon so viel Interessantes über Italien gehört: die Landschaften sollen sehr schön, das Essen und das Eis so gut, das Meer unglaublich blau und die Männer charmant sein.

Auf Grund meines Studiums war ich bereits zwei Mal längere Zeit im Ausland und auch für meine späteren, beruflichen Pläne ist es eine gute Idee, die italienische Sprache zu erlernen. Ich wollte nun zwei Monate in Italien arbeiten, direkt an der südlichen Stiefelspitze, mit Blick nach Sizilien. Nur, italienisch sprechen konnte ich nicht. Wo lernt man am besten italienisch? Selbstverständlich direkt in Italien! 
Also bin ich in ein Reisebüro gegangen, wo mir verschiedene Angebote unterbreitet wurden. Auf Grund der Preisgestaltung im Allgemeinen und der Möglichkeit, Gruppen- und Privatunterricht zu kombinieren plus das Erlernen der Sprache in einer, fast privater Schule mit einer kleinen Schüleranzahl gab den Ausschlag: eine Woche Sprachunterricht in Tropea!

Am 29. Mai stieg ich in den Zug von Rom nach Lamezia Terme, wo ich von einem Schulangestellten abgeholt werden sollte. Doch während einer stundenlangen Zugfahrt kann eine Menge passieren, erst recht in Italien, was einige Vorurteile bekräftigen mag… . Mir jedenfalls sind erst meine Zugtickets gestohlen worden und ich konnte kein italienisch – die Aufregung war jedenfalls ziemlich groß. Mit einem Schaffner konnte ich dann schließlich doch die Situation auf Englisch klären. Doch wenn man Stunden in einem Sechser-Abteil verbringt, geht die Konversation auch an Nicht-Italienern nicht vorbei. Alle waren sehr freundlich zu mir, ich wurde mit Apfelsinen und Zwieback (über-) versorgt und jeder wollte etwas von mir wissen. Da hat mir der Marco-Polo-Sprachführer gut weitergeholfen, und dann noch ein bisschen Augenrollen und Stirnrunzeln plus Gestik: schon spricht man italienisch… .
Aber ich wollte es ja gerne richtig lernen. Doch schließlich mit einer Stunde Verspätung in Lamezia Terme angekommen (es gab eine Bombendrohung auf unserer Strecke), war dort niemand, der auf mich wartete. In Absprache mit dem Sekretariat sollte ich mit dem Zug weiter, direkt nach Tropea fahren. Mal gut, dass alles so kam, so konnte ich nämlich erst einen der schönsten südlichen Küstenabschnitte Italiens beobachten und dann lernte ich auch noch Petra aus der Schweiz kennen, die dasselbe Ziel wie ich selbst hatte.
Endlich, und diesmal pünktlich kamen wir in Tropea an, doch: da war schon wieder niemand… . Petra konnte schon italienisch sprechen und beauftragte dann einen Taxifahrer, uns zum Caffé Italiano Club zu bringen.
Wir kamen dann gerade rechtzeitig zu dem Vorstellungsabend, bei dem wir zwei von ca. 25 anderen Teilnehmerinnen waren – halt, ein Mann war auch dabei… . Ob es an dem italienischen Wein lag oder daran, dass Frauen sowieso immer etwas zu erzählen haben, es war sofort eine nette, private Atmosphäre entstanden und jeder hatte seinen Spaß, die anderen Mitschülerinnen kennen zu lernen. Später gingen wir noch in eine Trattoria, der erste Eindruck: die Portionen waren ein wenig zu klein, unser Ehrgeiz war also geweckt, in den nächsten Tagen andere Restaurants mit ebenso gutem Essen, aber in größerer Menge zu finden… .

Dann gelangte ich in mein Appartement.

Dies ist übrigens der Blick aus einem der Fenster meines Appartements auf den Hafen gewesen.

Die Wohnmöglichkeiten sind sehr gut, das war auch die Meinung meiner Mitschülerinnen, es ist alles vorhanden, was man so braucht. Sogar Wäscheständer und Bügeleisen sowie Bügelbrett stehen zur Verfügung.

Nach einer angenehmen Runde Schlaf begann dann am nächsten Morgen um 8 Uhr der „Ernst des Lebens“, der Sprachtest stand an, um die Sprachgruppen festzulegen.
Ich wurde einem Anfängerkurs „Principante 0“ zugeteilt, fünf weitere Frauen (ein Psychologin, eine Bank-, eine Stadt-, eine Pharmazieangestellte und eine Frisörmeisterin) sollten nun mit mir der italienischen Sprache mächtig werden.
Zuerst erhielt ich aber zwei Stunden Privatunterricht. Gleich vorweg muss ich sagen, dass dieser Teil der italienischen Lektionen mir am meisten bezüglich des Sprechens brachte, ich konnte mit meiner Lehrerin Emilia über alles von vornherein sprechen, mein Kauderwelsch hat sie immer verstanden. Daraufhin hat sie mir dann erklärt, wie man „richtig“ italienisch spricht, in drei Tagen erhielt ich Lektionen über persönliches Tun, Pläne, Arbeit, dann erlernte ich die Uhrzeiten, die Tage, Wochen, Jahreszeiten, auch über das Wetter konnte ich mich schnell unterhalten. Daneben waren auch immer wieder Konjugationen Thema, auch Vergleiche sowie Steigerungsformen brachte Emilia mir bei.

Dann am Nachmittag, von 16 bis 20 Uhr war Gruppenunterricht angesagt, wir begannen mit den verschiedenen Artikeln sowie der Bezeichnung „un/uno/una“. Dieser grammatische Punkt ist sicherlich sehr wichtig, die Bezüge zu dem jeweiligen Substantiv sind oft unregelmäßig, aber dennoch hat es mir nicht gefallen, dass wir diese Thematik über mindestens 4 Zeitstunden hin ausdehnten. Das war aber auch die einzige Sache, die mir im Unterricht nicht gefallen hat.

Die Unterrichtseinheiten waren angemessen und zeichneten sich durch eine passende und folgerichtige Struktur aus. Wir sechs Mädels konnten allem im Allgemeinen gut folgen und stets wurde etwas Unverständliches sehr geduldig erneut erläutert. Wir erlernten viele Verben, deren Konjugationen (regelmäßige und unregelmäßige), gegensätzliche Wörter im Verbbereich (z.B. groß – klein), die Farben, Singular- und Pluralbildung, possessive Objekte (sein, ihr Buch), die Zahlen und die Uhrzeiten. Doch nicht nur Grammatik an sich stand auf dem Lehrplan, auch das Sprechen wurde durch Dialoge, (lautes) Lesen, Kommentare geübt.
Ich habe in diesen vier Lehrtagen (ein Wochentag fiel mit dem nationalen Feiertag zusammen, 02. Juni) sehr viel erlernen können, ich war sofort in der Lage, mich mit italienisch sprechenden Menschen zu unterhalten.
Doch auch mit den deutsch sprechenden Mitschülern war reger Kontakt von vornherein gegeben, man traf sich im Sekretariat der Schule und ging nach dem Unterricht essen oder an den wunderschönen Strand Tropeas.

Besonders mit einer Kursteilnehmerin war ich viel zusammen, Diana und ich (beide in Niedersachsen lebend) haben uns sehr schnell gefunden. Wir waren eigentlich immer zusammen unterwegs, am Strand lagen unsere Handtücher nebeneinander, wir probierten viele italienische Köstlichkeiten (auch den Wein) und fuhren auch zusammen am Nationalfeiertag mit einer Fähre auf drei äiolische Inseln, wir sahen Stromboli, Lipari und Vulcano. Stromboli ist wirklich wunderschön, an Lipari habe ich keine spezielle Erinnerung und für Vulcano sollte man sich eine Wäscheklammer für die Nase mitnehmen (schwefelhaltige Dämpfe steigen dort auf – bäh!).

Für mich war dann mein Aufenthalt bereits nach einer Woche beendet, ich stieg am Samstag, den 04. Juni dann in den Zug nach Rosarno. Diesmal wurde ich auch von Don Carmello begleitet und herzlich verabschiedet. 
Und ich kann eventuelle Fragen, ob die Sprachreise etwas gebracht hat, ganz klar mit „Si!“ beantworten, ich konnte mit allen Kollegen und Bewohnern der Stadt, in der ich zwei Monate Praktikum machte, ohne größere Schwierigkeiten kommunizieren.

Und eines noch: wer einmal in Tropea gewesen ist, der geht gerne dorthin zurück. Ich nutzte bereits das kommende Wochenende, um mich erneut mit Diana in Tropea zu treffen und selbstverständlich sah ich auch viele andere noch einmal wieder. Den Abschied feierten wir dann in einer größeren Gruppe – na, wie schon? – mit gutem Essen und viel Wein.

Und auch mit meinem Freund lag ich in Tropea am wunderbaren, sandigen Strand und wir genossen einfach die Sonne und das wirklich blaue Meer!

Wer von euch also neben Urlaub genießen noch italienisch lernen möchte: benvenuto a Tropea!

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Strand von tropea
Viel gutes essen
Ausblick
Diana und ich
 
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