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Klaus Pyttlik berichtet aus Edinburgh (Schottland)

Es war ein angenehmer Flug von Düsseldorf nach Edinburgh, nach Wunsch gebucht durch iST und  jetzt bringt mich der AIRLINK  , der komfortable Pendelbus vom Flughafen zum Stadtzentrum . Ich bekomme einen ersten Eindruck von der Hauptstadt Schottlands, grauer Sandstein, victorianischer Stil, ganze Batterien von Schornsteinen auf den Dächern. Die Altstadt liegt auf recht steilen Hügeln, eingeebnet durch Überbrückung der Täler.  Der Bus biegt in die Princess Street ein, es sind viele Menschen unterwegs auf dieser Hauptgeschäftsstraße.  Auf den ersten Blick sind viele junge Leute im Straßenbild. Parallel  zur Princess Street die Princess Streets Gardens, der Park mitten im Zentrum, ebenfalls voller fröhlich bunter Menschen.

Ich habe mich vorab telefonisch bei meinen Gasteltern angemeldet und weiß, wo es mit welchem Bus weitergeht. Die Stadt ist durch Buslinien sehr gut erschlossen, aber dazu brauche ich eine Busfahrkarte für die zwei Wochen meines Aufenthalts. Damit kann ich alle Linien der Lothian Buses benutzen. Sonst kostet die Einzelfahrt jedes Mal 1,3 L . Es muß mit passenden Münzen bezahlt werden denn es  ist nicht vorgesehen, daß die Busfahrer Wechselgeld herausgeben. Ich könnte die Buslinien mit Stadtplan, Haltestellen und Abfahrtzeiten auf mein Mobiltelefon herunterladen, kostenpflichtig natürlich. Die Abfahrtzeiten des nächsten Busses werden über GPS und Fahrzeit bis zur Haltestelle ermittelt und erscheinen im Display.

Eine kurze Busfahrt, mein freundlicher Sitznachbar sagt mir wo ich aussteigen soll. Ich habe später  noch oft festgestellt wie freundlich und hilfsbereit die Schotten sind. Von der Haltestelle bis zu meinem Heim auf Zeit in einer stillen Nebenstraße sind es nur ein paar Schritte. Ich werde herzlich aufgenommen, es gibt erst mal Tee zur Entspannung nach der Reise. Ivor stellt mir sein Haus vor, altehrwürdig, gebaut etwa 1865, überwiegend im Originalzustand -  sogar die Glöckchen, mit denen man früher die Dienstboten rief, hängen noch an ihrem Platz – Es ist aber mit allem ausgestattet was ein moderner Haushalt heute so hat. Und es ist nahe am Stadtzentrum, wenn ich nicht mit dem Bus fahren will sind es zu Fuß etwa 20 Minuten. Mein Zimmer hat drei große Fenster zum Garten, Teppichboden, Bett, Stuhl, Schreibtisch, Schrank und Schubladen, Bücher, ein Radio. Es ist still hier, die nahe Hauptstraße ist fast nicht zu hören, ein angenehmer Aufenthaltsort für die nächsten zwei Wochen.

Montagmorgen, 9.00 Uhr, erster Schultag. Ich bin mit dem Bus in einen anderen Vorort von Edinburgh, nach  Morningside , gefahren.  Der Unterricht findet in einem ebenfalls altehrwürdigen victorianischen Hause statt. Unterricht in der Kleingruppe, wir sind zu zweit, kleiner geht eine Gruppe nicht. Die Zuwendung des Lehrers verteilt sich nur auf uns zwei. Man ist immer „dran“. Wird es wohl anstrengend ständig konzentriert zu bleiben? Nach den Eingangstests, die iST uns vorab zugesandt hat, haben wir beide etwa das gleiche Niveau an Vorkenntnissen. Peter bringt uns zum Sprechen, zum Plaudern, die Unterhaltung wird lebhafter, es wird schnell diskutiert, und wir denken nicht mehr an die Sprache, begeben uns auf Glatteis und machen  typische Fehler. Peter nimmt den Schwerpunkt unserer Fehler zur Kenntnis, korrigiert nur hier und da. Nach der Teepause kommen die Übungen zur Grammatik genau passend zu den Fehlern von vorhin. Und plötzlich ist es schon 1 h p.m. , vier Stunden Unterricht sind vorbei, wir sind nicht gestresst, Peter nicht genervt.

Peter entläßt uns in die Freizeit mit guten Tips über Sehenswürdigkeiten, wie man sie erreicht und was sonst so in Edinburgh los ist. Aber zuerst ist Lunch angesagt. Es gibt überall in Edinburgh eine unvorstellbar große Zahl an Cafés, Teestuben, Pubs, kleinen Bistros und Restaurants aller denkbaren Nationalitäten der Welt, kurz, man kann ziemlich überall essen und trinken, auch an unerwarteter Stelle wie z.B. in der Krypta einer Kirche, im zweiten Stock einer Buchhandlung, im Museum oder in einem kleinen Geschäft für Delikatessen. Ich entscheide mich für „Loopy Lorna´s“., ein kleines Café, bunt, lebhaft  und mit riesigen Kuchenstücken auf der Theke.  Auch die Gäste sind bunt gemischt: Berufstätige in der Mittagspause, Eltern mit Kindern, ältere Ehepaare die vom Einkaufen kommen, fast immer  mindestens eine junge  Mutter mit Kinderwagen  die ihr noch ganz kleines Baby stolz hochhebt und ihren Freundinnen zeigt. Das Geschirr ist bunt mit Goldrand wie zu Zeiten meiner Oma, die Teekannen haben eine Warmhaltehaube, aber nicht einfach so, das ist mal eine Plüschente, oder ein Marienkäfer, oder ein Elefant, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Sandwich ist riesig und der Kaffee ist gut. In der Schule hat unsere Lehrerin noch gesagt, daß man auf der Britischen Insel Tee trinken sollte weil die Kaffee nicht können. Die Schulzeit  ist lange her. Jetzt gibt es überall alle mögliche Sorten und Größen Kaffee mit ausgezeichnetem Geschmack.

Ich mag es, mich einfach in einer fremden Stadt so treiben zu lassen und ich fühle mich wohl hier, ich habe Zugang zu dieser Stadt weil ich die Sprache verstehe, wenn der schottische Dialekt nicht allzu stark ist. Und überall ist Leben, es gibt keine dunklen Ecken. Da sind die drei Hauptstraßen, die Royal Mile, die Princess Street und die George Street, dazu das Geschäftszentrum am Leith Walk. Im Zentrum sind ebenfalls der Busbahnhof für die Fernbusse und der Hauptbahnhof (Waverly Station).  Viele junge Leute prägen das Stadtbild, Edinburgh ist Universitätsstadt. Eine halbe Million Menschen lebt hier und natürlich viele Touristen. Mich begeistern die zahlreichen kleinen Geschäfte, die Parks zum Ausruhen und natürlich die Aussichtspunkte.

Am Rande des Zentrums liegt ein grüner Hügel vulkanischen Ursprungs, Arthur´s Seat. Ein Erholungsgebiet und Aussichtspunkt, viele Meilen weit kann man über die Stadt und den Fjord sehen. Etwas niedriger, ebenfalls auf einem vulkanischen Hügel liegt Edinburgh Castle. Gruppen von Touristen gehen hier jeden Tag im Schnellgang durch, aber man braucht Zeit, mindestens einen Nachmittag. Einmal um die Aussicht wirklich zu genießen, für die zwei Museen und die Honors of Scotland, die Kronjuwelen und die Räume die von Mary Queen of Scots bewohnt wurden und die hier noch großes Ansehen genießt, bei uns heißt sie ganz profan Maria Stuart. Geschichte wird sichtbar, ergänzt durch die Erklärungen des elektronischen Guides. Im Hof findet gerade ein militärisches Zeremoniell statt, Salut wird geschossen. Die Königin ist in der Stadt, in ihrem Palast am Ende der Royal Mile, eine Meile von hier, gegenüber dem neuen schottischen Parlamentsgebäude. Jetzt noch auf das Nelson Denkmal auf dem Calton Hill, es lohnt sich, die vielen Stufen auf den Aussichtsturm mit dem Stundenball zu steigen, denn die Rundumsicht ist einmalig. Zum Ausruhen steht unten die bequeme Bank in dem kleinen Museum bereit. Wie viele Museen, wie viele Aussichtpunkte, wie viele interessante Ziele gibt es hier? Gut, daß ich meine Familie und die Schule habe, die mir beide die besonderen und sehenswerten Orte empfehlen, damit ich auswählen kann, und die Wege dahin  beschreiben und mir die Stadt mit ihren Eigenarten erklären.

Es duftet aus der Küche. Herrlich! Ja, Fran kocht und versorgt ihre Familie, dazu gehöre ich ja auch, wirklich gut und mit landestypischem Essen und heute gibt es was Besonderes: Haggis: Schafsmagen , gefüllt mit Blut, Innereien und -natürlich wir sind ja in Schottland  - mit Hafer. Ich mag solche herzhaften Gerichte.  „Slainder mah!“ (Prost)  Ach ja, das hatte der Guide auf der Bustour gestern erklärt, daß zu Haggis auch ein Whisky gehört. Wie immer bleiben wir noch lange am Tisch sitzen, es gibt Kaffee, die neuesten Nachrichten. Ich sage, daß ich die Königin gesehen habe als sie im Auto am Parlament vorbei zu ihrem Schloß fuhr. Das Parlament, für das die Schotten lange gekämpft haben, ihre frühere  Königin Mary Queen of Scots und Holyrood Castle, das ist ein Thema für die Schotten. Wir sitzen noch länger zusammen als sonst und ich merke, daß der Unterricht in der Kleingruppe sehr effektiv ist. Ich bringe past perfect und present perfect nicht mehr durcheinander und nach den paar Tagen ist  lange vergessener Wortschatz wieder präsent, ich staune selber. Noch den Wetterbericht: morgen gibt es einen sonnigen Sonntag und Ivor rät mir nach North Berwick zu fahren. Jetzt steige ich erst mal hinauf in mein gemütliches Zimmer.

Edinburgh liegt an einem Fjord. Ich will heute hinaus ans Ende des Fjords, dahin wo die Nordsee beginnt. Der Zug braucht eine halbe Stunde.  Es geht durch weite Felder. Hier wächst also die Gerste aus der Whisky und die vielen Biersorten gebraut werden. Ich wundere mich daß der moderne Vorortzug fast leer ist. Es sind doch Ferien und es ist nach langer Zeit der erste richtige Sommer-Sonntag. Auch hier am Strand ist es fast leer, da sind Familien beim Picknick, Kinder toben im Wasser herum. Wie mir geraten wurde, buche ich eine Bootsfahrt um die Vogelinseln. Noch ist Niedrigwasser die Boote liegen im Hafen auf dem Trockenen. Ich sage der jungen Dame im Hafenbüro daß ich mich darüber wundere, daß an so einem Tag so wenig Betrieb ist. Sie zeigt mir eine Übersichtskarte und erklärt mir, daß es von Queensferry, dort wo die Autobahn- und Eisenbahnbrücke den Fjord überqueren, bis hier viele Kilometer lange Strände gibt und von hier aus an der Nordseeküste entlang ebenfalls. So viele Leute gibt es gar nicht, um sie alle zu füllen. Hier in North Berwick wäre natürlich der schönste Strand. Ich nehme mir vor, mindestens einen der zweitschönsten auch noch zu besuchen. Sie sind alle mit den Stadtbussen zu erreichen

Das Seevogelzentrum ist in Form eines Fisches auf die vulkanischen Felsen am Strand gebaut. Es gibt Informationen zu den hier lebenden Seevögeln, zur Ökologie der Nordsee und der Inseln. Bildschirme zeigen was auf den Vogelinseln gerade vorgeht. Dort sind Kameras installiert, die man per Fernsteuerung selbst zoomen oder schwenken kann. Das Ganze wird ergänzt durch sehr engagierte junge Leute die auf Wunsch alles erklären und zeigen. Ein gutes Café rundet die Sache ab. Die Flut kommt hier sehr schnell und jetzt geht´s  mit dem Boot um die Insel Craigleith. Hier brüten neben Möven und Lummen vor allem Papageientaucher. Das kenne ich sonst nur vom Fernsehen wie die kleinen bunten Vögel, den Schnabel voller Sandaale, zu ihren Nestern fliegen. Niedlich sieht es aus, wenn sie ihre orangeroten Füßchen ausstrecken und mit ihren  kurzen Flügeln genug Geschwindigkeit zum Abheben machen. Die zweite Runde geht um Bass Rock. Hier brüten die Gannets. Bei uns heißen sie Basstölpel, genannt nach dem Bass Rock. Der Felsen schimmert weiß. Einhunderttausend dieser großen Vögel leben in der Brutsaison hier. Eine Angestellte des Seevogelzentrums fährt mit und erklärt was es zu sehen gibt. Der Strand ist sauber, das Wasser klar aber eisig kalt, dabei ist es doch Juli. Sie erklärt auch, daß die schottischen Mütter ihre kleinen Kinder in das eiskalte Wasser werfen, um sie zu bestrafen. Soll ich´s glauben? Eher nicht.

Wir schauen alte Bücher an. Darin ist u. a. ein Bild  der Stadt, von oben fotografiert. Man sieht kaum die Häuser, so dicht ist der Rauch der Kohlefeuer aus den Schornsteinen von Wohnungen und Fabriken. Jetzt scheint die Sonne, Ivor schlägt uns vor, das schöne Wetter auszunutzen und auf einen der Aussichtshügel zu fahren, im offenen Cabrio. Das Zeitalter der Kohlefeuer ist vorbei, die Luft ist frisch, wir genießen die herrliche Aussicht. In der Nähe ist Sheep´s Heid,  der älteste Pub Edinburghs, sagt man hier. Ich glaube es, denn er sieht von innen wirklich aus wie ein Museum. Es wird erzählt, quer durch den Raum und ich gehöre dazu, weil ich die Sprache verstehe. Die zwei Wochen intensiver Unterricht haben mich nicht belastet aber mein Sprachvermögen deutlich verbessert. Morgen wird Ivor mich zum Flughafenbus fahren und es geht zurück nach Hause. Hoffentlich komme ich in Deutschland nicht sofort unters Auto, dort wird nämlich rechts gefahren.

Wer eine Sprache lernt, lernt mehr als nur Vokabeln und Grammatik. Jetzt in Edinburgh, das war nicht meine erste Sprachreise mit iST. Ich habe wieder die Erfahrung gemacht, daß die Kombination von intensivem Unterricht und Wohnen mit in einer Familie im Gastland, ideal ist, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und die Lebensart eine fremden Landes kennen zu lernen.

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