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Amelie Tillmanns berichtet aus Teneriffa (Spanien)

Als ich die Idee hatte, im Sommer einen Spanischkurs zu machen, dachte ich zuerst noch, es würde vielleicht etwas zu anstrengend werden und nicht so erholsam, wie ein ganz normaler Sommerurlaub. Aber das Angebot von Ist-Sprachreisen hat mich und meine Mutter überzeugt, sodass wir sogar beide einen Kurs gebucht haben: Vier Stunden Unterricht pro Tag, und den Rest des Tages Erholung, das erschien uns die perfekte Mischung.

Wir haben uns Puerto de la Cruz auf Teneriffa ausgesucht, weil das Klima auf den Kanaren im Sommer nicht ganz so heiß ist, wie auf dem spanischen Festland. Hier weht meistens ein erfrischender Wind, der es viel erträglicher macht, in der Schule zu sitzen. Zwar scheint dafür nicht immer die Sonne, da der Passatwind oft Wolken bringt, aber besonders vormittags stört das nicht.

Die Schule liegt direkt an der Strandpromenade Puertos, der Avenida del Colón. Gegenüber liegt das große Meerwasserschwimmbad Lago Martianez, wo man, wenn man will, direkt nach dem Unterricht entspannen kann. Auch gibt es in der Innenstadt zahlreiche hübsche Restaurants, in denen man nach der Schule essen gehen kann. Besonders zu empfehlen ist hiervon auf jeden Fall das Tapas- Restaurant „Arcón“, wo es die besten kanarischen Tapas geben soll- sie sind wirklich köstlich! Insgesamt ist von der Schule aus alles gut erreichbar, ob man einkaufen, baden, essen, oder einfach nur spazieren gehen will.

Die Schule liegt in einem sehr schönen Gebäude mit einem sehr hübschen kanarischen Innenhof, um den die Klassenräume verteilt sind. Alle Lehrer sind sehr jung und engagiert. Am ersten Tag wurde ich nach einem Einstufungstest in die passende Klasse eingestuft. Die Einstufung war auch genau passend. Zudem hat man immer die Möglichkeit, den Kurs zu wechseln, wenn man unter- bzw. überfordert ist. Am ersten Tag zeigt die Schule den Neuangekommenen außerdem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Orte in Puerto de la Cruz, was sehr hilfreich ist.

Mir hat der Unterricht sehr viel Spaß gemacht, da er nicht so trocken war wie in der Schule, sondern auch Spiele gespielt wurden oder über alles Mögliche diskutiert wurde. Die Klassen sind sehr klein, mit maximal acht Schülern. Meistens waren wir aber sogar nur zu viert oder fünft! So wurde man richtig gefordert, wenn man wollte, obwohl die Lehrer überhaupt nicht streng waren. Natürlich haben wir auch Grammatik gelernt und Lückentexte ausgefüllt, aber vieles wurde auch spielerisch eingeübt. Was mir besonders gefallen hat, war, dass die Lehrer uns auch viel über spanische Kultur, Sitten und Eigenarten näher gebracht haben. Beispielsweise, dass Spanier immer alles doppelt sagen, oder dass es oberstes Gebot in einer Konversation ist, Geräusche zu machen- ohne Lärm geht es einfach nicht in Spanien- denn sonst zeigt man kein Interesse. Zu diesen „Kulturlektionen“ gehörte dann auch schon mal eine Stunde über Schimpfwörter…

Außerdem wurde mittags immer eine zusätzliche freiwillige „Clase de Cultura“ angeboten. Dort ging es dann jeweils eine Stunde lang um spanisches Kino, spanische oder lateinamerikanische Geschichte, spanische Musik oder Anderes. Ein Mal die Woche fand in dieser Stunde auch ein Salsa- Kurs für Anfänger statt. Ich selbst war nicht sehr oft bei dieser Kulturstunde, jedoch haben mir viele Leute gesagt, dass sie sehr interessant und gut gemacht sei.

Apropos Salsa: Wer mehr will als nur ein Mal die Woche, oder wer kein Anfänger mehr ist, kann in der netten kleinen Salsa- Disco „El Güiro“ Kurse besuchen. Der Tanzlehrer ist ein sehr netter Kubaner, lustig aber auch streng, sodass man viel lernt. Es gibt fast jeden Tag in der Woche Kurse und nach Absprache ist es möglich, einfach in einen passenden einzusteigen. Wir haben dann pro Abend sieben Euro bezahlt. Wenn man genug Leute aus der Schule motivieren kann, kann auch ein spezieller Intensivkurs organisiert werden. Auf jeden Fall ist das Güiro für Salsa- Fans zu empfehlen, für Kurse, aber auch als Disco am Wochenende. In der Schule hängt ein Plakat aus und es gibt auch Flyer. Das Güiro liegt in der Innenstadt, auf der „Calle la Hoya“, fünf Minuten von der Schule entfernt.

Zusätzlich zum Unterricht wurden von der Schule auch einige Freizeitaktivitäten organisiert. Am ersten Montagabend fand zunächst ein Willkommensessen statt, bei dem man sich gegenseitig kennen lernen konnte. Wir sind alle zusammen in ein Restaurant gegangen, wo schon für alle ein Menü vorbestellt war. Das Essen war auch ganz lecker, besser war allerdings an dem Abend, mit allen möglichen Leuten aus aller Welt reden zu können und nachher in der Schule auch schon ganz viele zu kennen. Nach dem Essen sind wir dann noch in eine Bar gegangen, wo jeder ein Freibier bekam.

An einem Abend in der Woche fand dann noch eine Sangria- Party am Strand statt. Für fünf Euro konnte man kommen und bekam echt leckeren Sangria. Am schwarzen Sandstrand „Playa Jardin“ unter Sternenhimmel und Palmen zu sitzen, Sangria zu trinken und sich mit netten Leuten zu unterhalten war sehr schön.

Am Wochenende organisiert die Schule oft Ausflüge, an denen man für zwanzig Euro teilnehmen kann. Zu empfehlen ist auf jeden Fall das Anaga- Gebirge im Nordosten der Insel. Wir haben eine Wanderung von „Cruz de Carmen“ oben in den Bergen bis runter ans Meer, nach „Punta del Hidalgo“ gemacht. Es war sehr schön, da man die verschiedensten Vegetationsformen durchwandert: Von urwaldartigen Loorberwäldern bis zu nur noch karg mit Gestrüpp und Kakteen bewachsenen Felsen. Die Fahrt in die Berge haben wir mit öffentlichen Bussen gemacht- in Teneriffa übrigens „Guagua“ genannt- was uns etwas enttäuscht hat, da das natürlich länger dauerte als privat und das Umsteigen in la Laguna mit einigen Komplikationen verbunden war. Aber die Mühe hat sich gelohnt, denn die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Ich empfehle allerdings, gegen Übelkeit vorzubeugen, da die Serpentinen nicht allen so gut bekommen sind. Bei der Wanderung sind feste Turnschuhe oder am besten Wanderschuhe angebracht.

Neben dem Anaga- Gebirge ist natürlich der Pico del Teide ein Muss, der große Vulkan in der Mitte Teneriffas, der eine Hauptattraktion der Insel ist. Wenn von der Schule gerade kein Ausflug angeboten wird, kann man auch gut den Linienbus von Puerto de la Cruz aus nehmen. Am besten fragt man in der Schule und lässt sich alles von der sehr netten Direktorin erklären. Die Busse in Teneriffa sind sehr gepflegt, meistens pünktlich und auch nicht teuer. Der Bus fährt durch und nach etwa zwei Stunden ist man oben. Dort gibt es dann verschiedene Alternativen. Man kann entweder mit einer Seilbahn bis fast auf die Spitze hochfahren. Die Spitze ist verboten. Leider ist der Lift sehr teuer und ich weiß nicht ob sich das lohnt. Sehr sportliche Leute können den Weg natürlich auch zu Fuß machen. Wem das zu anstrengend ist, und wer lieber ohne viel Steigung etwas wandert, der kann auch sehr gut in dem wüstenartigen Tal um den Kegel herum, in „las Cañadas“, bleiben. Der Caldera de las Cañadas ist ein vulkanischer Einsturzkessel mit ca. 17 km Durchmesser. Der Boden dieses Kessels liegt auf etwa 2000 Meter Höhe ü.d.M. Im Süden wird er von 500 m hohen Steilwänden begrenzt. Im Norden erhebt sich der mit 3718 Metern höchste Berg Spaniens, der Pico del Teide. Wenn man hier ein bisschen wandern oder spazieren gehen will, bleibt man am besten bis zur Endstation „el Parador“ im Bus. Von dort aus gibt es einige schöne Wanderwege, ich denke da ist für jeden etwas dabei. Die Landschaft ist wirklich wunderschön und man sieht immer wieder andere bizarre Felsformationen. Man muss an eine Mondlandschaft denken. Leider fährt der Bus nur jeweils ein Mal am Tag hin und zurück. Deshalb ist es wichtig, den Bus zurück nicht zu verpassen. Wenn das dann doch ein Mal passieren sollte, ist es aber auch kein Problem, sich von anderen Touristen oder Leuten, die hier oben arbeiten, bis in die Stadt „la Orotava“ mitnehmen zu lassen, von wo es zahlreiche Busse zurück nach Puerto de la Cruz gibt.

Für einen Ausflug zum Teide empfehle ich auf jeden Fall Sonnencreme und eine Kappe/Hut, denn Schatten findet man nicht sehr viel. Außerdem braucht man auch hier festes Schuhwerk. Auch Verpflegung sollte man sich selbst mitnehmen, denn zu Essen gibt es nur an sehr wenigen Orten und dort sehr teuer.

Als weiteres Ausflugsziel ist das Teno- Gebirge im Westen der Insel zu empfehlen, das Ähnlichkeit mit dem Anaga- Gebirge haben soll, da die beiden Gebirge den gleichen geologischen Ursprung haben.

Aber auch in Puerto de la Cruz kann man in der Freizeit die verschiedensten Aktivitäten wahrnehmen. In der Schule bekommt man Informationen über alles, zum Beispiel Tauchschulen, Reiten und vieles mehr.

Sehenswert in Puerto de la Cruz ist der berühmte Loro Park, wo man Papageien, Pinguine, Delphine, Seelöwen, Gorillas, Jaguare, Tiger, Orkas, Pflanzen und vieles mehr bestaunen kann. Inklusive im leider ziemlich hohen Eintritt von 29 Euro sind auch Delphinshows sowie Orkashows. Es lohnt sich also auf jeden Fall, den Loro Park zu besuchen, möglichst am Wochenende, sodass man viel Zeit in dem sehr schön angelegten Park verbringen kann.

Außerdem sollte man sich in Puerto de la Cruz den sehr schönen botanischen Garten anschauen. Für Schüler ist der Eintritt mit Schülerausweis frei, auch sonst ist er sehr günstig. Auch der Taoro Park oberhalb der Altstadt ist sehr schön.

Ein ganz besonderer Tipp ist allerdings der Garten „Risco Bello“ oberhalb des Taoro Parks, links vom alten Casino von Puerto. Für vier Euro Eintritt kommt man in ein wahres Paradies aus Blumen, anderen Pflanzen und Wasserläufen! Von einem Mann für seine kranke Frau angelegt, sollte der Park ein Ort der Ruhe und Erholung sein. Jetzt wird der Garten von den zwei Töchtern geführt, mittlerweile zwei sehr nette alte Damen.

Die Strände von Puerto de la Cruz haben mir nicht so gut gefallen, weshalb ich zum Beispiel keinen reinen Badeurlaub dort mögen wurde. Der einzige Sandstrand ist die Playa Jardin, circa 20 Minuten zu Fuß von der Schule entfernt. In der Nähe der Schule ist die Playa Martianez, wo es jedoch nur Steine gibt. Direkt unterhalb der Strandbucht ist eine kleine steinige Bucht, wo man ebenfalls über eine Treppe ins Wasser kann. Lange am Strand zu liegen ist dort jedoch nicht so bequem. Ein sehr schöner Strand befindet sich östlich außerhalb der Stadt, zu Fuß in etwa einer halben bis einer Stunde zu erreichen. Die Playa Bollullo ist ein Strand mit feinem schwarzem Sand und einer ziemlich starken Brandung, wo man auch gut Wellenreiten kann.

Auch abends bzw. nachts ist in Puerto de la Cruz immer etwas los, was sehr schön ist, leider muss man, wenn man in der Altstadt wohnt, auch viel Lärm in Kauf nehmen. Es gibt zahlreiche Discos und Bars in der Innenstadt in der Nähe der Schule, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Mir persönlich hat besonders die kubanische Salsa- Bar/Disco „Azucar“ in der Nähe der Plaza del Charco gefallen. Man muss in allen Discos jedoch damit rechnen, dass es erst ab Mitternacht so langsam nicht mehr ganz leer ist. Vorher ist es schön, etwas trinken zu gehen oder, wie viele Leute, einen Spaziergang an der Strandpromenade zu machen.

Alles in Allem kommt in einem Sprachurlaub in Puerto de la Cruz keine Langeweile auf, ob man nur zwei Wochen bleibt wie ich, oder auch einige Monate, wie Andere. Ein wirklich abwechslungsreicher Unterricht, zahlreiche Freizeitangebote und außerdem viele nette neue Leute- all das hat bei mir einen tollen Urlaub ausgemacht. Es war wirklich eine schöne Art, Urlaub zu machen und sicher nicht meine letzte Sprachreise!

 


Weitere interessante Links:Wenn man sich vorher noch etwas genauer über Teneriffa informieren möchte, ist die Übersicht zu Teneriffa auf KanarischeInseln.net zu empfehlen. Es lohnt auch ein Blick auf die anderen Inseln - ein Tagesausflug nach La Gomera ist sehr empfehlenswert!


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Punta de hidalgo
Risco bello
Teide
 
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