Maike Ohlmann

Mein Sprachurlaub war etwas anders als die Sprachreisen der anderen Studenten, da ich diesen Sprachurlaub mit eigener Anreise gebucht hatte. Dazu kam es, da meine Eltern zur selben Zeit einen Urlaub in Arles, Nähe Montpellier, verbracht hatten. So wurde ich von ihnen zu meiner Gastmutter gebracht, die mich sofort herzlich begrüßte, sodass ich mich sofort wohlfühlte. Nachdem meine Eltern uns verlassen hatten, war es einen Moment komisch für mich, weil ich plötzlich ganz allein auf eigenen Beinen stand. Meine Gastmutter zeigte mir sofort mein Zimmer mit 2 Betten, das ich alleine nutzen durfte. Kurz darauf saßen wir schon auf ihrer Terrasse und aßen zu Abend, währenddessen meine Französischkenntnisse schon auf die Probe gestellt wurden.

Am nächsten Tag hatte ich zum ersten Mal Schule, das hieß Einstufungstest. Nach diesem machte eine Lehrerin mit uns eine Wanderung durch Montpellier, bei der schon die ersten Kontakte geknüpft wurden. Es war faszinierend, aus wie vielen unterschiedlichen Nationalitäten die Studenten kamen. Man hörte alle Sprachen und oft auch ein „holpriges“ Französisch. Man konnte sich also eigentlich mit allen unterhalten, wenn man nur eine gemeinsame Fremdsprache fand, die meistens das Französisch war. Nach dieser Stadtführung hatten wir nach einer kurzen Pause zum ersten Mal Unterricht. Anfangs fühlte ich mich leicht überfordert, da einfach alles auf Französisch war und ziemlich schnell gesprochen wurde. Am zweiten Tag wusste ich aber schon was auf mich zukam, sodass es mir nicht mehr sehr schwer fiel und sogar sehr viel Spaß machte. Ich fand, dass der Standardkurs sehr gut durchgeführt wurde, da er abwechslungsreich und lustig, aber gleichzeitig auch sehr interessant war. Der Intensivkurs, der am zweiten Tag auch begann, gefiel mir auch sehr gut, da der Schwerpunkt vor allem auf Diskussionen, Hör- und Textverständnis lag.

Nach der Schule ging ich oft noch mit den anderen Studenten etwas essen. Zu Hause angekommen wurde ich immer wieder von einem netten „Bonjour“ begrüßt, sodass ich immer wieder zum Französischlernen motiviert wurde. Das Leben in der Gastfamilie hat mir sehr gut gefallen, da meine Gastmutter immer bemüht war mit mir zu reden und mich dabei zu berichtigen. Zwischen uns entstand eine richtige Freundschaft, bis zum heutigen Tag stehen wir in ständigem Mail- oder SMS-Kontakt.

Allgemein möchte ich einen solchen Sprachurlaub weiterempfehlen, da man wirklich sehr viel lernt. Der französische Wortschatz wird automatisch aufgebessert, indem man die ganzen Vokabeln wie ein Schwamm aufsaugt. Da der Unterricht sehr gut durchgeführt wurde, machte das Lernen allen Schülern viel Spaß. Wenn man mich vor die Wahl stellte, in einer Gastfamilie oder in einer Residence zu wohnen, würde ich die Gastfamilie vorziehen, da man dort das „richtige“ Leben hautnah erfährt und ständig in der Fremdsprache sprechen muss. Immer wieder entstehen neue Situationen, die die eigenen Fremdsprachenkenntnisse herausfordern. Nicht alles ist wie in Deutschland, an viele neue Dinge muss man sich gewöhnen, was mir persönlich aber nicht sehr schwer gefallen ist.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieser Sprachenurlaub für mich ein Gewinn war und ich ihn jederzeit weiterempfehlen kann: Im Umgang mit Menschen verschiedener Nationen und Kulturen Französisch zu lernen, war ein tolles Erlebnis und eine ganz neue Erfahrung.

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