Svenja Jelen

Die Herbstferien standen vor der Tür und damit verbunden eine unbeschreibliche Freude auf eine erneute zweiwöchige Sprachreise nach Frankreich, Montpellier. Da ich schon einige Male mit Ist in der Welt herumgekommen bin, wusste ich schon wie es ungefähr ablaufen würde, was die Nervosität zum Glück einigermaßen in Schacht hielt.

Eine Woche vor meinem Reiseantritt erhielt ich einige Informationen über meine Gastfamilie, was mir half, mich schon innerlich darauf einzustellen.

Am Tag der Abreise war ich unheimlich nervös, aber auch gespannt, was mich in Montpellier erwarten würde. Der Flug verlief ohne Probleme, von Düsseldorf nach Lyon und von dort aus weiter nach Montpellier. Da ich wusste, dass meine Gasteltern schon etwas älter sind (Josette ca. 70 Jahre und Moise ca. 75 Jahre), hielt ich am Flughafen in Montpellier nach älteren Menschen ausschau und fand die beiden schon ganz aufgeregt auf einer Bank. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und bekam auch sofort ein Kompliment, dass ich doch sehr gut französisch sprechen würde. Das machte meine beiden „Gast-Großeltern“ noch sympathischer, als sie ohnehin schon waren.

Am nächsten Tag brachte mich Josette zu Fuß zu meiner Schule. Da es nur 10 Minuten zu gehen waren, war ich mit die erste und traf zu meiner Überraschung ein Mädchen wieder, die mit mir tags zuvor im Flugzeug saß. Ihr war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben und wir verstanden uns großartig.

Kurz darauf saßen wir auch schon in einem der vielen praktisch eingerichteten Klassenzimmer, um unseren Einstufungstest zu schreiben. Danach wurden wir je nach dem wie gut wir die Sprache beherrschten in verschiedene Gruppen eingeteilt. Da es jedoch mehr Schüler gab, als untergebracht werden konnten, kam es dazu, dass ich erst nachmittags Unterricht hatte, d.h . von 14 Uhr bis 19.30 Uhr (Standardkurs + Intensivkurs). Jedoch war das nur die erste Woche so. In der zweiten Woche wurde getauscht, sodass ich von 10 Uhr bis 15.50 Unterricht hatte.

Somit hatte ich vormittags die Möglichkeit die Stadt in aller Ruhe zu erkunden und auch die berühmten französischen Cafés zu genießen.

Der Unterricht war klasse, wir haben viele verschiedene Themen wiederholt und alle Fragen, die offenstanden, beantwortet. Wenn man an Unterricht denkt, kommen einem eher trockene Monologe des Lehrers und langweilige Grammatikübungen in den Sinn. Aber da kann ich jeden beruhigen! Witzige Dialoge, die anschließend vor dem Kurs vorgespielt wurden, Tabu (natürlich auf Französisch) und Tafelspiele standen auf dem Tagesplan - so müsste der Unterricht auch mal zu Hause sein!

Nach dem Unterricht habe ich entweder etwas mit anderen Kursteilnehmern unternommen, bin in das kleine Kino direkt am „Place da le Comédie“ gegangen oder bin mit der „Tram“ (Straßenbahnsystem) „nach Hause“ gefahren. Josette hat jeden Abend französische Köstlichkeiten gezaubert, die wir dann zusammen wie eine Familie genüsslich verspeist haben.

Abends ging es dann meistens noch in verschiedene Diskotheken. Die „Australien Bar“ ist nur zu empfehlen! Man fühlt sich wie in einem australischen Holzhaus mit australischen Kängurus, Haien, australischem Bier vielen leckeren Cocktails und mit verrückten Namen wie z.B. „Pink Dingo“ oder „Woowoo2K“!

Nach zwei Wochen intensivem französisch lernen, verschiedensten Leuten mit den verschiedensten Kulturen kennenlernen und einer Fülle von neuen Erfahrungen und unglaublichen Eindrücken, freute ich mich dennoch meine Familie und Freunde zu hause in Deutschland wieder in die Arme schließen zu können.

Meine Gasteltern brachten mich zum Flughafen und waren sehr traurig, dass ich schon wieder von ihnen Abschied nehmen musste. Sie sagten, ich sei wie ein Enkelkind für sie gewesen und sie würden sich wahnsinnig freuen, wenn ich sie mal besuchen käme.

Jedem, der überlegt eine Sprachreise zu machen, kann ich das nur empfehlen. Man gewinnt nicht nur neue Sprachkenntnisse und kann somit seinen Wortschatz vertiefen, sondern man gewinnt auch an neuen Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen anderer Kulturen.

Dieses war meine vierte Sprachreise und ich bin schon am überlegen wo es nächstes Jahr hingehen könnte – vielleicht 2 Wochen nach New York? Das ist wirklich eine gute Idee!