Sonja Hettmer

Dieses Jahr hatte ich mich dazu entschlossen einen dreiwöchigen Sprachurlaub in Spanien zu machen. Ich wollte die Kombination Lernen und Erholung am Strand und Meer gleichzeitig. Für mich kamen anfangs mehrere Ziele in Frage, doch letztendlich hat mich der kleine überschaubare Ort Nerja mit seinem eigenen Charme überzeugt.

So flog ich bereits ein paar Wochen später nach Andalusien. In Malaga Airport ging es mit einem Bus weiter und man musste noch ein weiteres Mal umsteigen, was aber auch mit ganz geringen Spanischkenntnissen kein Problem war. Das erste was mir im Bus sofort auffiel war die Lautstärke mit der die Einheimischen sich unterhielten. Kreuz und Quer sprachen sie durch- und miteinander und man wurde sofort in den Bann der spanischen Mentalität gezogen.

In Nerja angekommen habe ich mich mit sämtlichem Gepäck in ungewohnter Hitze auf die Suche nach der Schulresidenz gemacht, von wo ich den Schlüssel für mein Appartment bekommen sollte. Dank Ortsplan ( vorab von der Organisation erhalten ) war auch dieses kein Problem.

Im Appartment angekommen, war ich sehr von der Grösse des Hauses überrascht. Mir kam sogleich meine holländische Mitbewohnerin entgegen, die sich freute das endlich jemand kam, da das Haus so groß war und sie die letzte Woche allein dort verbracht hatte. Wir verstanden uns prima. Da unsere Spanischkenntnisse gering waren, unterhielten wir uns auf Englisch, was auch dieses wieder auffrischen ließ. Das Appartment in dem ich zwei von drei Wochen wohnte war zentral sowie zweckmäßig eingerichtet, verfügte über Küche mit Backofen, Kühl-und Gefrierschrank, Mikrowelle, Geschirrspül- und Waschmaschine. Ein großzügiges Wohnzimmer mit TV und eine Terrasse. Mir persönlich gefiel die Dachterrasse mit dem schönem Ausblick auf Berge, Meer und umliegende typischen weißen Häuser am Besten. Dort konnte ich herrlich abschalten oder auch Hausaufgaben machen. Das eigene Zimmer war klein und zweckmäßig, aber ich fühlte mich wohl, es war abschließbar und hatte einen Minibalkon.

Am ersten Schultag mussten wir uns morgens in der Residenz einfinden und jeder musste einen Sprachtest absolvieren um richtig eingestuft zu werden. Die Schule selbst ist nicht sehr groß, man lernt daher schnell Leute kennen. Wenn viele Schüler da sind gibt es Klassen, die Nachmittagsunterricht haben. Ich hatte sogar das Glück draussen im schönen Garten Unterricht zu haben, allerdings sind die Räume klimatisiert.

Ich hatte einen Intensivkurs 30 h/ Woche (Minigruppe) gebucht, um schnell mit meinen Spanischsprachkenntnissen voranzukommen. Da die meisten Mitschüler nur 20 Std die Woche gebucht hatten, bereits um 13 Uhr Schluss hatten und schon die Sonne geniessen konnten, war ich allein auf meinem Level und hatte in meinem dritten Unterrichtsblock meistens Einzelunterricht, was mir zusätzlich sehr viel gebracht hat.

Ein Unterrichtsblock besteht aus 90 min, danach wechselt der Lehrer und der zweite Unterrichtsblock beginnt. Den Lehrerwechsel fand ich für mich sehr gut um sich auf verschiedene Ton- und Sprecharten einzuhören. Es schult auf jeden Fall das Gehör. Man braucht anfangs ein bisschen um sich in die spanische Sprache einzuhören, das bestätigen ganz viele Sprachschüler, aber es wurde täglich besser. Im Unterricht selbst gibt es viel Abwechslung. Man erarbeitet täglich eine Lektion des Lehrbuches und alle zwei Wochen findet ein kleiner Test statt  (überwiegend Multiple Choice ) in dem man mindesten 70 % erreichen muss, um ins nächste Level aufzusteigen. Der Umfang des Tests richtet sich aber auch je nach Sprachniveau. Nach der Schule (bei mir ging der Unterricht von 9 bis 14:30 h) habe ich meistens zuerst die Hausaufgaben gemacht die es fast täglich aufgab um das Erlernte zu festigen, da das Tempo des Unterrichts recht zügig voranging. Danach konnte man dann den Tag an einem der schönen Strände oder an den Buchten verbringen, durch die schönen kleinen verwinkelten Gassen bummeln oder am Abend das täglich wechselnde Kursangebot der Schule in Anspruch nehmen. Wie zum Beispiel Flamenco-Seminare, Kino, Weinprobe, Salsakurs, Volleyball am Strand oder Kochen. Samstags wird immer ein Ausflug in die Umgebung Spaniens angeboten. Z.B. Sevilla, Marbella, Malaga oder sogar ein ganzes Wochenende nach Marokko.

Alle zwei Wochen findet Freitagabends eine Fiesta in der Residenz für alle Schülerinnen und Schüler statt.

Im Ort gibt es ganz viele kleine Shops, Boutiqen und Tappasbars. Da die Spanier grundsätzlich sehr spät am Abend essen, ist es üblich das viele Restaurants und Bars von Nachmittags bis Abends geschlossen haben und ihre Siesta halten. Der Ort ist dann wie leergefegt und erst gegen Abend kommen die Leute wieder aus ihren Häusern und der Ort erwacht zum Leben. Nur die Touristen sind natürlich Nachmittags unterwegs. Und ein paar Shops, Cafès und Supermärkte sind natürlich auch geöffnet.

Am berühmten Platz Balcon de Europa, ein herrlicher Aussichtspunkt, hat man die Möglichkeit eine Kutschfahrt durch Nerja zu machen, sich porträtieren zu lassen oder der Straßenmusik zu lauschen. Flamenco-Shows bekommt man in einigen Restaurants, Hotels oder der naheliegenden Strandbar Papagayo geboten.

In meiner dritten Woche bin ich in die Residenz umgezogen, da mein Appartment nur zwei Wochen frei war und bei meiner Buchung bereits belegt war, was aber kein Problem für mich war. Zudem fanden Malerarbeiten im Appartment statt und ich konnte bereits ein paar Tage eher umziehen. Die Residenz ist ebenfalls zentral gelegen und man hat die Möglichkeit sich auf die Sonnendachterasse zu begeben, im dortigen Pool zu baden oder die Cafeteria mit Internet zu nutzen. Im Zimmer kann man sich Tee oder Kaffee kochen, da ein Wasserkocher vorhanden ist.

Die drei Wochen vergingen wirklich sehr schnell und ich wäre gerne noch länger in Nerja geblieben.

Jeder der überlegt ob er mal einen Sprachkurs machen soll, dem kann ich es nur empfehlen. Ich habe in kurzer Zeit viel gelernt und tolle Menschen kennen gelernt.

Die iSt- Organisation beantwortet Fragen schnell und kompetent und ist auch während des Sprachurlaubes hilfsbereit und Ansprechpartner. Ich würde jederzeit wieder mit iSt verreisen.

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