Petra Obermayr

Meine Name ist Petra Obermayr, ich bin 41 Jahre, verheiratet, habe bis jetzt zu viel gearbeitet – und, ich wollte immer schon einen Intensivsprachkurs in England machen.

Jetzt ergab es sich, dass ich mir 2 Wochen frei nehmen konnte! DIE Gelegenheit, mir endlich meinen Wunsch von einem Sprachkurs in England zu erfüllen.

Ich schaute in die Zeitung und suchte mir zwei Sprachschulen heraus. Die Unterlagen von iSt fand ich gut. Aber welchen Kursus sollte ich nehmen? Ich wusste weder, wie mein aktuelles Englisch einzustufen ist, noch ob ich einen Intensivkurs überhaupt „durchstehen“ würde nachdem ich seit ca. 25 Jahren nicht mehr die Schulbank gedrückt habe.

Also rief ich bei iSt an und hatte dort eine sehr nette Mitarbeiterin in der Leitung. Mit meinen eher ungenauen Angaben (ich spreche sehr gerne, benötige Englisch privat für Urlaube und im Berufsleben, und möchte einen anspruchsvollen Unterricht mit netten Leuten, Unterbringung in einer Familie) konnte sie sehr viel anfangen.

Ihre Empfehlung war: London, 40 Stunden die Woche, 6 Schüler in der Gruppe. Vormittags Grammatik und allgemeines Englisch, nachmittags Business-Englisch. Na also! Das mach ich! Gesagt - getan. Buchung per Internet (zusätzlicher Rabatt) und dann mal abwarten, was so kommt.

Und es kam etwas: die Buchungsunterlagen, die Information, wo ich untergebracht bin und in welche Schule ich gehen würde, nebst Anfahrtsskizze und einem kleinen Londonführer. – Das machte schon mal einen guten Eindruck...

Ankunft und Gastfamilie
Mein Kurs fing an am Montag, den 26.04. Am Sonntag bin ich per Flieger in Heathrow angekommen. Ich hatte mich vorher per Internet informiert, hinsichtlich Transfer und Tickets vom Flughafen zu meiner Gastfamilie. Ich kaufte mir am Flughafen ein 7Tagesticket und fuhr mit der Tube (U-Bahn) nach Camden Town. Denn hier wohnte meine Gastfamilie.

Als ich dort ankam, war ich fertig. Mein Gepäck war so schwer und in der Tube gibt es nicht überall Rolltreppen. Aber der freundliche Empfang von Margaret, meiner Gastmutter, war so herzlich und nett, dass ich ganz begeistert war.

Sie wohnt in einem typisch englischen Reihenhäuschen. Winzig klein, mit Gärtchen vor und hinter dem Haus. Das Zimmer war niedlich. Blümchentapete und Blümchenbettwäsche. Ich kam mir vor wie Schneewittchen im Haus der Sieben Zwerge.

Margaret ist Witwe und hat das ganze Jahr über students aus aller Welt, aber nur weibliche. Das Haus ist blitzsauber und Margaret ist reizend.

Schule und öffentliche Verkehrsmittel
Sie erklärte mir genau, wie ich zur Schule komme, wie andere Studenten sich organisiert haben usw. Sie empfahl mir auch, möglichst viel mit dem Bus zu fahren. Und das war ein Supertipp! Das Londoner Bussystem ist klasse. Wenn man einmal begriffen hat, wie es funktioniert, ist es unschlagbar. Man sieht viel, man kann sich in kürzester Zeit in London sehr gut orientieren, man entdeckt unglaublich viele schöne Dinge, die einem in der Tube verborgen bleiben. Man hat frische Luft und ich habe es unglaublich genossen, London so hautnah zu erleben.

Nachdem ich einige Male in die falsche Richtung gefahren war, hatte ich das Bus-System dann auch verstanden.

Montags fing dann die Schule an. Ich war sonntags schon mal hingefahren, und kam daher pünktlich und entspannt montags morgens dort an. Wir wurden dann in Gruppen aufgeteilt und ein Einstufungstest gemacht. Danach wurden die Gruppen definitiv eingeteilt. Ich hatte großes Glück! In meiner Gruppe waren vormittags nur 4 und nachmittags (mit mir) nur 2 Studenten. Das war natürlich super.

Unser Lehrer, sein Name ist John, war für mich die Erfüllung all meiner kühnsten Erwartungen, hinsichtlich dessen, was ein Lehrer leisten kann. Es war unglaublich! Dieser Mann hat es geschafft, dass ich mich in den 14 Tagen (80 Stunden) bei ihm, nicht eine Minute gelangweilt habe. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht und so viel gelernt. Selbst wenn ich jetzt über ihn schreibe, schmunzel ich über das ganz Gesicht, weil mir so viele Dinge dabei wieder einfallen.

Die Unterrichtsinhalte waren sehr vielfältig, von Grammatik, Redewendungen bis hin zu Präsentationen und Verhandlungen – natürlich alles in Englisch, war alles dabei. Überhaupt wurde nur Englisch gesprochen. Anfangs dachte ich, dass wäre anstrengend, aber es war einfach normal und alle gaben ihr bestes.

Nach dem Unterricht wurden noch social programs angeboten, wie z. B. House of Commons oder diverse Museen. Diese Programme waren sehr interessant und man hat vieles gesehen, was man allein niemals entdeckt hätte.

London by night
Hinsichtlich der Abendgestaltung hatte ich vorher ein bisschen Sorge gehabt. Ich hatte vor 20 Jahren in Paris gelebt und dort konnte man abends nicht allein vor die Tür gehen. Irgendwie hatte ich mir das auch so in London vorgestellt. Aber weit gefehlt, London by night ist absolut frauentauglich. Man kann die ganze Nacht ohne Angst ausgehen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Es gibt Nachtbusse, die die ganze Nacht fahren oder die Tube, die bis ca. 24.00 Uhr fährt. Nachts ist es überall genauso voll wie tagsüber.

Ansonsten muß man unbedingt in eine der angesagten Clubs oder Diskotheken gehen. Die Londonerinnen sind dermaßen schrill und sexy, dass es meinen männlichen Mitstudenten mindestens 15 x täglich den Atem verschlagen hat. Auch für mich war es bewusstseinserweiternd, dass Miniröcke so kurz und Tops so klein sein können und dass nackte Haut bei 12°C anscheinend nicht unweigerlich eine Lungenentzündung nach sich ziehen muß.

London feiert und amüsiert sich, dass es ein wahre Pracht ist – und ich mitten drin! Phantastisch!!!

Freizeit
Alle Museen haben freien Eintritt – und es gibt wundervolle Museen.

Was mir sehr gut gefallen hat, war eine Fahrt mit dem London Eye. Das überdimensionale Riesenrad am Rand der Themse ggü. von Big Ben. Die Fahrt dauert 15 Minuten und man hat einen wundervollen Blick über London. Ich bin zur Zeit Sonnenuntergangs damit gefahren und es war überwältigend – zum einen der Blick über die Stadt und zum anderen das Riesenrad an sich.

Es gibt so viele Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten, dass man einfach für sich schauen muß, was man machen möchte.

Ich habe mir drei Musicals angesehen:
Les Miserables – fand ich aber auch miserabel
Jailhouse Rock – ein Rock’n Roll Stück – fand ich super
Chicago – ein Klassiker mit Tanz und toller Musik und supersexy Tänzern und Tänzerinnen – war toll

Die Preise sind hoch, aber es gibt Ticketshops, die alle Karten stark verbilligt anbieten.

Märkte: London hat eine Vielzahl von Märkten, die sehr sehenswert sind. Ich habe in Camden Town gewohnt, dort ist ein Markt, der spezialisiert ist auf Mode und Möbel. Hier gibt es alles, was abgefahren ist, und so ist auch das Publikum. Echt sehenswert.

In den 14 Tagen habe ich mehr Sandwichs gegessen als in den letzten 5 Jahren zusammen. Das Essen ist sehr teuer, aber auch gut. Mittags bestand die Möglichkeit in der benachbarten Mensa der Universität essen zu gehen. LSI hatte eine Abmachung mit der Uni getroffen. Das Essen dort war gut und die Preise moderat.

Wetter
Das Wetter war sehr unterschiedlich. Es wechselte sehr schnell und sehr extrem. Viele der Studentinnen hatten zu dünne Kleidung mit. Man sollte etwas Warmes mitbringen und auf Regen gefasst sein. Ansonsten fand ich das Wetter gut. Überall konnte man draußen sitzen und wenn die Sonne herauskam, war es herrlich, auf einem der Liegestühle in einem Park zu liegen und zu dösen.

Fazit:
Sprachlich hat es mir viel gebracht. Ich weiß jetzt, wo ich stehe und habe eine genaue Vorstellung, wie ich in Zukunft mit meinem Englisch weiterkomme werde und wo ich ansetzen muß.

Ich habe unglaublich viel gelernt über England, seine Kultur und sein Business.

Der Aufenthalt in London und der Sprachkurs waren wunderbar. Ich habe sehr nette Menschen kennen gelernt und werde von dem Aufenthalt noch lange zehren.
Und ich bin sicher, dass ich so etwas noch einmal machen werde!