Brisbane: Steffi Böttcher

Mein Name ist Steffi Böttcher und bin 23 Jahre alt. Ich arbeite im Handel und da hat man ab und zu auch mal englisch sprechende Kunden. So entstand mein Wille meine Englischkenntnisse zu verbessern. Ich konnte meine Kunden gut verstehen, aber mit dem antworten hatte ich so meine Probleme. Ich war sehr unsicher während der Gespräche und oftmals nutzte ich unbewusst deutsche Worte.

Ich erkundigte mich nach Sprachkursen in Deutschland und stellte fest, dass man für einen guten Kurs auch 700 € ausgeben muss. So besprach ich alles mit meinen Partner, sein Name ist Marc Schubert und er ist 29 Jahre alt. Wir kamen auf die Idee eine Sprachreise zu machen, weil auch er Interesse hatte sein Englisch zu verbessern. Wir erkundigten uns im Reisebüro und wälzten sämtliche Kataloge. Es war nicht so einfach sich für einen Reiseveranstalter zu entscheiden und ein noch größeres Problem war in welches Land sollen wir fliegen. Wir verglichen alle Preise miteinander und stellten fest, dass IST eine der preiswertesten war. Wir wollten auf jeden Fall eine weite Reise machen, entweder Amerika oder Australien, wegen der Tornados und Flutkatastrophen in Amerika entschieden wir uns für Australien/ Brisbane.

In einer Gastfamilie zu wohnen fanden wir interessant, wir hofften unser gelerntes Englisch am Abend durch sprechen mit der Familie zu vertiefen. Also buchten wir einen 30 Stunden Intensivkurs mit Unterbringung in einer Gastfamilie vom 14.10.-06.11.. Sechs Wochen vor Abflug bekamen wir erste Informationen über unsere Gasteltern. Rachel und Luke (27 und 41 Jahre alt) sie campen gerne und lieben Strände und surfen. Als wir das lasen waren wir total glücklich, weil wir ähnliche Hobbys haben.

Der Flug:
Es ging Freitagabend von München los, über Dubai und Singapur nach Brisbane und der Flug dauerte 24 Stunden. Hört sich anstrengend an, aber danach 7 Stunden immer ein Stop folgte, war es meiner Meinung nach in Ordnung.

Wir hatten keinen Transfer für 60 € gebucht, wir erkundigten uns vorher bei IST ob nicht auch eine Bahn fährt. Man sagte uns die Bahnstrecke sei gut ausgebaut und es wäre kein Problem sie zu nutzen. Schlimmstenfalls wäre ein Taxi für 30 € auch möglich. Wir fanden alles auf Anhieb und lernten unsere Familie kennen.

Familie:
Sie waren wirklich von Anfang an sehr freundlich zu uns und meinten wir sollten uns wie zu Hause fühlen. Luke ist selbstständiger Maler von Beruf und Rachel ist eine persönliche Trainerin. Sie konnten ihre Arbeitszeit selbst einteilen und nahmen sich wirklich viel Zeit für uns. Sie sprachen sofort recht schnell, so dass wir eigentlich kaum etwas verstanden. Luke muss uns das angesehen haben und daraufhin erklärte er uns alles noch mal in Kurzform auf Deutsch. Wir waren sprachlos und erfreut zugleich, damit hatten wir nun gar nicht gerechnet. Er teilte uns mit, dass er schon mal verheiratet war mit einer Deutschen und er hätte auch zwei Jahre dort gelebt. Daher seine wirklich guten Deutschkenntnisse, trotzdem beschlossen wir es wirklich nur im äußerstem Notfall zu benutzen. Schließlich sind wir ja hergekommen um die englische Sprache zu lernen.

Wir lernten auch noch Yannick und Kerstin kennen. Yannick ist Franzose und besuchte die Sprachschule sechs Monate zuvor, es baute sich eine gute Freundschaft mit Luke und Rachel auf und so kam er nochmals für vier Wochen zum Urlaub. Kerstin ist eine Deutsche und sie reist seit einem Jahr durch mehrere Städte von Australien, sie arbeitet dort als Krankenschwester. Wir mochten uns alle gleich von Anfang an.

Unsere Unterkunft:
Luke zeigte uns ihr großes Haus und wir lernten unsere kleine Wohnung kennen. Wir hatten ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein eigenes Badezimmer. Nicht die neusten Möbel, aber komfortabel und völlig ausreichend. Wir waren begeistert, vor allem über ein eigenes Bad.

Die Schule:
Um neun Uhr mussten wir dort sein, Luke brachte uns 30 Minuten vorher zur Bushaltestelle und erklärte uns den Weg idiotensicher. Man begrüßte uns freundlich und wir absolvierten einen Einstufungstest, eine deutsche Schülerin und zwei Koreaner waren dabei. Später wurde uns mitgeteilt in welche Klassen wir kommen, zum Glück waren Marc und ich zusammen in einer. Der Unterricht ging jeden Tag von 09.00 - 10.40 dann waren 30 Minuten Frühstückspause.

Um 11.10 ging es weiter bis 12.50. Eine einstündige Mittagspause folgte und von 13.50- 15.30 war der Nachmittagsunterricht.

Im Vormittagsunterricht waren wir 10 Schüler, 4 Europäer und 6 Asiaten. In den Stunden unterhielten wir uns viel über die Familien, Kulturen und über unsere Lebensarten. Wir arbeiteten Texte durch und lernten die Grammatik und wie man sie umsetzt.

Der Nachmittagsunterricht war in andere Klassen geteilt, weil manche Schüler nur vormittags Unterricht hatten.

Uns ordnete man nachmittags in einen schwierigeren Kurs ein als am Vormittag, weil die Lehrer meinten, dass wir so mehr lernen, da wir ja nur für 3 Wochen hier sind. Wir fühlten uns aber etwas überfordert. In unserem Kurs waren 3 Asiaten und 7 Europäer und sie sprachen ein bedeutend besseres Englisch als wir. Gleich nach dem 1. Tag gingen wir zu Sandy ins Sekretariat und schilderten ihr unser Problem, und dass wir gern den Kurs tauschen möchten. Sie meinte wir sollten es doch diese Woche mal probieren und wenn es nicht geht dann können wir nächsten Montag wechseln. So lernten wir die Woche Liedertexte zu übersetzten, zu verstehen und zu singen. Nur viele der Vokabeln hatten wir vorher noch nie gehört und wir waren die ganze Zeit damit beschäftigt diese Wörter zu übersetzen. Wir fühlten uns auch die anderen Tage nicht besser und so tauschten wir Montag in einen leichteren Kurs.

Dieser bestand aus 10 Asiaten und uns 2 Europäer, was wir aber nicht als schlimm ansahen. Wir arbeiteten viel am Computer und mussten über ferne Städte oder Erfindungen recherchieren – auf englisch natürlich. Später hielten wir Vorträge darüber. Nun fühlten wir uns sehr wohl.

Ausflüge von der Schule:
Mittwochs fand kein Nachmittagsunterricht in den Kursen statt, man konnte zwischen drei Optionen wählen.

Gedacht ist dieser Tag eigentlich für Ausflüge mit den Schülern, David organisierte jede Woche Unterschiedliche wie zum Beispiel ein Besuch des Koalaparks in Brisbane oder das Erlernen von Didscheridoo spielen oder Bumerang werfen. Man will damit erreichen, dass die Schüler sich näher kennen lernen und miteinander kommunizieren. Wenn man keinen Ausflug machen möchte ist das auch kein Problem, man kann wählen zwischen „Selbststudium“ und „Unterhaltung“. Beim Selbststudium kann man seine Vokabeln oder Grammatik lernen, oder den Lehrer Dinge fragen die man im Unterricht nicht verstanden hat. Bei dem Zweitem trifft man sich mit anderen Schülern aller Klassen und einem Lehrer, man kann das Unterhalten miteinander trainieren. David bot nicht nur Ausflüge am Mittwoch an, sondern man konnte jeden Tag einen interessanten Trip buchen, auch am Wochenende. Alle Ausflüge waren bei ihm preiswerter, als bei anderen Anbietern. Wir machten die eben genannten zwei Ausflüge mit und die dritte Woche nutzen wir das Selbststudium.

weitere Ausflüge:
Da wir uns so gut mit unserer Familie verstanden, machten wir unsere anderen Ausflüge lieber mit ihnen.
Sie zeigten uns Regenwälder und trockene Wälder und erklärten uns die Unterschiede. Auch fuhren wir zu wirklich schönen Stränden und Buchten. Ein Wochenende waren wir campen, wir besuchten „Frazer Island“( die größte Sandinsel der Welt) und das Schnorcheln auf „Mortan Island“ war wundervoll. Wir waren im „Australia Zoo“ und sahen eine Menge süßer Tiere.

Essen:
Wir lernten australische Spezialitäten kennen und empfanden sie als sehr lecker. Unsere Familie machte uns jeden morgen Frühstück, es gab Eier und Toast oder Cornflakes und täglich frisch gepressten Orangensaft. Jeden Abend wurde warm gekocht, einmal gab es sogar Kangeroofleisch.

Allgemeine Einschätzung:
Wir saßen jeden Abend zusammen und erzählten viel über Gott und die Welt, dadurch lernten wir ungehemmt zu sprechen. Selbst Luke und Rachel meinten, dass sich unser Englisch seit dem Beginn unserer Reise bedeutend verbessert hat. Wir konnten wirklich gute Gespräche führen und waren uns sehr sicher mit der Sprache, falls man mal ein paar Wörter nicht musste dann hat man versucht sie zu umschreiben.

Es war einer unser schönsten Urlaube und wir sind uns beide einig, dass dies nicht der letzte Australienurlaub gewesen ist.

Rachel und Luke versprachen, uns bei ihrem nächsten Deutschlandbesuch zu besuchen.

Ich kann diese Schule mit den freundlichen und witzigen Lehrern wirklich nur weiterempfehlen.