Ulrike Brändle

Eigentlich suchte ich einen Sprachkurs für meinen Sohn und kam über Internetrecherche zu iSt. Bei Durchsicht der zugesandten Prospekte sah ich, dass iSt auch Sprachreisen für Erwachsene anbietet.

Beruflich ist die englische Sprache für mich sehr wichtig und ich komme mit meinen Kenntnissen auch weitestgehend „durch“, aber immer wieder fehlen mir buchstäblich die Worte. Nachdem mein Sohn sich für keinen Sprachkurs erwärmen konnte. Fragte ich bei iSt nach, ob ein Sprachkurs auch für ältere Erwachsene denkbar ist. Man bestätigte mir, dass das kein Problem sei.

Kurz entschlossen buchte ich einen einwöchigen Intensivsprachkurs in York. York war der Ort der Wahl, weil es erstens fast nur dort die Möglichkeit eines einwöchigen Aufenthalts (familiäre und berufliche Gründe ließen keinen längeren Aufenthalt zu) gab und zweitens weil der Ort voller Sehenswürdigkeiten und historischer Gebäude ist, die mich neben dem Verfestigen der Sprachkenntnisse sehr interessierten.

Nicht durchringen konnte ich mich zu einem Aufenthalt in einer Gastfamilie, dafür kam ich mir mit 45 Jahren doch etwas zu alt vor. Ich buchte stattdessen eine Unterbringung in einem Guesthouse.

Am 17.Mai begann mein Abenteuer mit dem Flug nach London. Kein Problem war es nach zweistündiger Zugfahrt nach York meine übers Internet gebuchte Unterkunft zu finden. Am gleichen Abend schaute ich mit noch kurz die Schule an um am Montagmorgen alles schnell zu finden.

Pünktlich um 8:30 Uhr war ich in der Schule, dort teilte man mir mit, dass erst gegen 9:00 Uhr Lehrer eintreffen würden, ich konnte aber solange im Aufenthaltsraum warten. Gegen 9:00 Uhr wurde ich dann mit einem weiteren Studenten (ein komisches Gefühl wieder so genannt zu werden) einer Prüfung unterzogen um die richtige Einstufung in die Kurse zu erhalten. Es handelte sich um einen 4-seitigen multiple choice test und einen kurzen persönlichen Essay. Nach Erledigung des Testes und einem kurzen Gespräch wurde ich in die Advanced Klasse zum Unterricht gebracht. Mit mehreren Pausen und einer einstündigen Mittagspause war jeden Tag von  9:15 – 16:00 Unterricht. Die Klasse und der Unterricht trafen voll meinen Geschmack. Es handelte sich um eine völlig multikulturelle Gruppe obwohl in der Gesamtschule die große Anzahl an arabischen Schülern auffiel. In meiner Gruppe waren Schüler aus Spanien, Polen, Algerien, Süd-Korea, Taiwan, Saudi-Arabien und der Türkei. Wie zu erwarten waren alle Schüler deutlich jünger als ich, das war aber überhaupt kein Problem. Der Unterricht wurde sehr offen, mit vielen Diskussionen gestaltet. Dadurch gab es immer wieder die Möglichkeit näheres über das Leben und die Kultur der Mitschüler zu erfahren, was für mich neben der Sprache die größte Bereicherung war. Es kam sehr schnell ein Zusammengehörigkeitsgefühl quer durch alle Nationen und Altersstufen auf. Durch die freundliche und herzliche Art der Lehrkräfte wurde das bestens unterstützt. Am Abend gab es immer wieder Möglichkeiten die Kontakte weiter zu vertiefen durch gemeinsame Kino- oder Pub Besuche. Selbst für das Wochenende war die Beteiligung an einem gemeinsamen Ausflug möglich.

Nach dem Unterricht war ich meistens im wunderschönen York unterwegs um möglichst viele der Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Ob sich meine Englischkenntnisse wirklich verbessert haben kann ich nicht genau einschätzen, dafür ist eine Woche wohl auch wirklich zu kurz. Ansporn wieder etwas mehr am Vokabular und der Grammatik zu arbeiten war es auf jeden Fall. Mehrere englische Bücher fanden für die Rückreise Platz in meinem Koffer. Ich werde auf jeden Fall dran bleiben.

Die wichtigsten Erfahrungen machte ich aber im zwischenmenschlichen Bereich. Die vielen Gespräche mit jungen Leuten aus ganz unterschiedlichen Kulturen haben meinen Horizont sicher erweitert.

Sollte es sich wieder einrichten lassen wird das sicher nicht mein letzter Sprachaufenthalt gewesen sein. Ich kann diese intensive Form der Völkerverständigung nur empfehlen.