Marie Scholz

Ich musste eigentlich nicht lange überlegen einen zweimonatigen Sprachkurs in Antibes zu machen, da es für mich das beste Angebot war. Nach dem Abitur, der Arbeit für Zwischendurch und vor dem Start eines Sprachstudiums musste einfach noch ein bisschen Abwechslung her und gleichzeitig wollte ich perfekt auf das Studium und eventuelle Tests vorbereitet sein. 2 Monate Mittelmeer, was kann es Schöneres geben, dachte ich mir.

Als ich glücklicherweise mit einem Direktflug in Nizza ankam, sah ich gleich darauf das Schild meiner Gastmutter mit meinem Namen. Sie war mir auf Anhieb sehr sympathisch, da sie viel mit mir redete und mir anbot, gleich alles zu zeigen. Zu meinem Zimmer hatte ich einen eigenen Eingang, es war wie eine kleine Wohnung mit Badezimmer und einem weiteren Zimmer. Ich habe die gesamte Zeit sehr frei in der Familie gelebt, die nur aus der Frau bestand, was für junge Leute natürlich von Vorteil ist. 
Der erste Tag verlief, wie alle anderen es schon beschrieben haben. Informationen, Stadtführung, Test. Für mich interessanter war aber der erste richtige Schultag. Die ersten Wochen habe ich in der Schule „Clemenceau“ verbracht, zu der ich zu Fuß gehen konnte, da ich allgemein von allem nur ein paar Minuten wegwohnte. Wir waren meistens 10-12 Schüler aus allen Ländern, wie Schweiz, Brasilien, Spanien, Island… Der Unterricht hat mir viel Spaß gemacht und ich war erstaunt, wie viel ich doch noch konnte. Ich wurde in eine B1-Klasse eingestuft, in der ich die gesamte Zeit geblieben bin, da ich sehr gut klargekommen bin und es für mich nicht besser sein konnte um wirklich zu lernen. Die Lehrer sind geduldig und versuchen alles, damit jeder versteht und mit dem Thema umgehen kann. Es ist auch kein Problem zu sagen, dass man die Klasse wechseln möchte, weil es zu schwierig ist. Ich rate nur jedem das auch zu tun, wenn man das Gefühl hat, es könnte einfacher oder doch noch schwieriger sein, weil man sonst die Unterrichtszeit überhaupt nicht richtig nutzen kann und am Ende doch keine Fortschritte gemacht hat.

Für mein Empfinden wechselten die Lehrer zu oft, was aber auch daran liegen kann, dass ich einfach eine längere Zeit geblieben bin und es deshalb verstärkt gemerkt habe.
Da ich nur den Standardkurs gebucht hatte, hatte ich viel Zeit am Nachmittag. Meistens wartete ich aber am Strand auf die Leute, die ich relativ schnell kennengelernt habe und die noch den Nachmittagskurs besuchten. Da diese überwiegend Schweizer waren,  hat man doch wieder in der Muttersprache gesprochen und auch nach vielen Versuchen haben wir es nicht durchgehend geschafft, Französisch zu reden. Da kam es mir sehr entgegen morgens und abends mit meiner Gastmutter auf Französisch zu reden und mit ihr die Nachrichten zu gucken.

Große Ausflüge haben wir am Wochenende unternommen, da es einfach viel angenehmer ist, nicht so sehr auf die Zeit zu achten. Ein weiterer Grund für mich nach Antibes zu gehen, war, dass die Stadt selber relativ klein und gemütlich ist, aber  man sehr schnell in alle umliegenden und namenhaften Städte gelangt. So war ich in meiner Zeit dort in Monaco, Nizza, Grasse, Cannes, St. Tropez usw. Jede Stadt ist wunderschön und nur zu empfehlen um dort eine gewisse Zeit zu verbringen und sie zu erkunden. Städte wie St. Tropez, Cannes und Grasse hat man schnell gesehen, nach Monaco und Nizza lohnt es sich auch ein 2. Mal zu fahren. Da die Busse nur 1€ kosten ist dies auch nicht teuer. Doch muss man aufpassen, dass man sich am besten hinsetzt, denn mir z.B. wurde bei der rasanten Fahrt schnell schlecht und damit war ich nicht die Einzige.

Ich hatte außerdem noch das Glück, dass in meiner letzten Woche dort das Filmfestival in Cannes begann. Es ist natürlich nochmal was anderes, wenn man sagen kann, dass man da schon gewesen ist.
Die Tage und Abende in Antibes selber habe ich damit verbracht, dass ich viel am Strand lag, gebadet habe, die Stadt erkundet habe, mit den vielen kleinen Gassen und Läden. Der Irish Pub ist nur zu empfehlen, da dort immer etwas los ist und die Bedienungen und Barkeeper alle sehr nett sind, verwundernd ist nur, dass sie überwiegend kein Französisch können, da sie aus England kommen.  Für junge Leute bietet sich natürlich auch noch das Nachtleben in Juan-les-Pins an, wo man auch einfach mal einen Abend in der Residenz „Castel Arabel“ verbringen kann, da hier nur Sprachschüler untergebracht sind.

Man sollte auch unbedingt mal das Kino besuchen, da es perfekt ist um die Sprachkenntnisse zu überprüfen, Dinge dazuzulernen und es günstig ist.
 An dem Morgen meines Abflugs brachte mich meine Gastmutter wieder zum Flughafen. Auf der Fahrt genoss ich noch ein letztes Mal die Aussicht, freute mich aber gleichzeitig auf mein zu Hause. Der Abschied war schwer, da man sich von den Personen verabschieden muss, die man beinahe jede Minute gesehen hat. Außerdem war  ich mir bewusst, dass ich zu Hause nicht so schnell wieder Französisch reden muss und es hatte mir doch viel Spaß gemacht, jeden Tag die Sprache zu sprechen und dadurch zu verbessern. Die 2 Monate haben sich total gelohnt, ich habe riesige Fortschritte gemacht und vor allem die Blockade beim Reden abgebaut. Insgesamt war ich sehr zufrieden. Habe ich in der ersten Woche noch gesagt, dass ich so etwas eventuell nicht wieder für eine so lange Zeit machen würde, wäre ich jetzt jederzeit bereit dazu.