Madlen Sigmund

Samstag, 16.10., Anreise
09.55 Uhr startete das Flugzeug von Hannover nach Heathrow. Dort hatte ich 3 Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug nach Dublin.
Das war auch sehr gut so, denn um vom Gate der Landung zum Abflugsgate zu gelangen, benötigte ich fast eine Stunde. Erst eine Paß- und Gepäckkontrolle und dann weite Flure.
Dieser Flughafen ist riesig.
Auch der zweite Flug verlief ohne Schwierigkeiten. Dort angekommen und mit meinem Gepäck versehen ging ich schnurstracks zum Taxistand. Ein sehr netter Taxifahrer brachte mich dann auch nach der langen Reise zu meiner Gastfamilie.

Nachdem ich ein paar Sachen ausgepackt hatte, setzte ich mich mit den Gasteltern ins Wohnzimmer. Als Gastgeschenk hatte ich ein deutsches Brot, eine Tüte Früchtetee und einen Reiseführer über Hannover auf Englisch mit. 
Diese Sachen habe ich mitgebracht, da es sie in Irland in dieser Form nicht gibt. Meine Gastfamilie hat sich sehr gefreut, aber auch gewundert, denn Sie sind mit Ihren Lebensmitteln sehr zufrieden. Wir haben uns noch etwas über allgemeine Sachen unterhalten und kennen gelernt.

Am Sonntag habe ich mir mit dem zweiten Gaststudenten der Familie die nördlich Dublins liegende Halbinsel „Howth“ besichtigt.
Man hat von dort eine wunderbare Aussicht auf die Irische See und lernt die grüne Insel schon etwas von der grünen Seite kennen.

Der nächste Tag begann sehr früh, denn es war Montag und der erste Schultag. Gemeinsam mit dem anderen Gaststudenten bin ich mit der „DART“ in die City gefahren. Leider wurde am Wochenende vorher an den Gleisen gearbeitet und wir sind mit reichlich Verspätung in der Schule angekommen.
Nach der Anmeldung begannen wir sogleich unseren Einstufungstest zu schreiben. Dieser prüft den englischen Wissensstand und teilt die Studenten in Kurse ein.

Ich kann nur jedem empfehlen, bei diesem Test nicht abzuschreiben, auch wenn man unbedingt mit jemandem gemeinsam in einem Kurs sein möchte. Ich habe selbst jemanden erlebt, der bei diesem Test abgeschrieben hat, um in ein gutes Level eingestuft zu werden. Leider kam er dann tatsächlich in einen ziemlich guten Kurs. Jedoch war der Anspruch in diesem Kurs hoch und er hatte große Schwierigkeiten dem Unterricht zu folgen. Es ist meiner Meinung nach sinnvoller, zuerst in sein eigenes Level eingestuft zu werden und ggf. nach einiger Zeit in ein höheres Level zu wechseln.

Der anschließende Unterricht begann mit einer Vorstellung aller bisherigen Schüler, des Lehrers und dann der neuen Schüler des Kurses.

Nach dem Unterricht gab es jeden Tag die Möglichkeit an „Aktivitäten der Schule“ teilzunehmen. Diesen Montag besichtigten wir die Innenstadt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dublins, um schon einmal einen Überblick zu erhalten.

Gegen 18 Uhr gab es Dinner bei der Gastfamilie.
Um den Abend nicht allein zu verbringen gingen der andere Gaststudent und ich in einen Pub, um unsere ersten Eindrücke auszutauschen.
An diesem Abend fanden in dem Pub ein Quiz und eine Verlosung statt, dessen Einnahmen der defekten Kirchenorgel zu Gute kommen sollten.

Der zweite Schultag erwies sich als umfangreich und anstrengend. Es erfordert viel Konzentration die gesamte Zeit mit englischen Texten zu arbeiten und Englisch zu sprechen. Außerdem hatte ich an diesen Tag meinen ersten Nachmittagsunterricht. Zuvor verbrachte ich meine Mittagspause in einem wunderschönen Stadtpark, dem „St. Stevens Green Park“. Dort befindet sich ein Denkmal „Tree Fates Fountains“ unseres ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzogs, daß 1997 als Geschenk überreicht wurde. Die Inschrift lautet: „In Dankbarkeit für die Hilfe, die das irische Volk deutschen Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg gewährte“.

Nach dem Dinner mit der Gastfamilie habe ich gelernt und meine Hausaufgaben gemacht.

Am Abend des dritten Schultages habe ich mich mit einigen Studenten und einem Lehrer in der Stadt getroffen und unser Lehrer zeigte uns ein sehr nettes Pub, das „Porter House“. Im Keller dieses Pub liegt die hauseigene Brauerei. Dort gibt es kein „Guinnes“, sondern ausschließlich selbstgebrautes helles, rotes und dunkles Bier. Dabei sind die Iren sehr stolz auf ihr „Guinnes“ und auf ihrem „Bailes“.

Auf dem Rückweg vom Pub zur Zugstation habe ich mich etwas verirrt, da ich leider in die verkehrte Richtung gegangen bin und mir niemand sagen konnte, ob dieser Weg der Richtige sei.
Als ich den letzten Zug nun tatsächlich verpaßt habe, bin ich mit einem Taxi zurück zur Gastfamilie gefahren. Ich war mittlerweile auf der anderen Seite der Stadt, völlig durchnäßt und durchgefroren. Deshalb war ich nur noch froh, als ich endlich im Bett lag.

Am Donnerstag bin ich vor dem Unterricht in eine Chocolaterie gegangen und habe mir eine heiße weiße Schokolade gekauft. Ich muß sagen, das war sehr lecker!!
Nach dem Unterricht bin ich zum früheren U2 Studio gegangen. Sehr interessant, da alle Wände des Studios voller Graffitis sind.

Am Freitag habe ich mir einige Sehenswürdigkeiten der Stadt angesehen, wie z.B. die Christ Church Cathedral, St. Patricks Cathedral, Dublin Castel, Abbey Street (hat leider nicht mit den Beatles zu tun) und den Norden Dublins. Dort ist der Silver Spear und das Hauptpostamt auf der O’Connelly Street zu finden.

Es war ein sehr regnerischer Tag, die es in Dublin relativ häufig gibt. Manchmal schüttete es, wie aus Eimern und an anderen Tagen nieselt es lediglich. Aber der Taschenregenschirm ist in Dublin ein Muß. Es gibt dann allerdings auch solche Tage, wie an meinen Zwischenwochenende: Sonnenschein und kein Regen.

Ideal um einige unternehmerische Instinkte zu wecken.
Auf den Programm stand eine Tagestour nach Wicklow und Glendalough.

Dieses ist eine sehr schöne Gegend und hier wird das allbekannte Gesicht Irlands sehr deutlich. Es gibt viele grüne Hügel, Felder und Schafswiesen. In der Gegend wurden 75% des Filmes „Braveheart“ mit Mel Gibson gedreht.

Auch die nächsten Stationen der Tour sind gigantisch. Zusehen gibt es dort eine Menge Wasserfälle und ganz besonders schön ist „Glendalough“. Das ist irisch und bedeutet „Tal zwischen zwei Seen“! Dort ist ebenfalls ein wunderschöner Wasserfall zu sehen, der einen gedanklich mitten in den Amazonas bringt, da er sehr hoch in den Bergen gelegen ist und die Luftfeuchtigkeit und das Pflanzenwachstum unheimlich hoch ist.

Am Sonntag habe ich den Dubliner Zoo besucht, dieser liegt im Westen Dublins inmitten einer der größten und ältesten öffentlichen Stadtparks der Welt, dem „Phönix Park“.

Nachmittags habe ich in der Stadtmitte einige der bekannten Straßenmusiker und –komiker gesehen. Einen davon fand ich sehr beeindruckend, eine riesige Menschentraube stand um ihn herum und man sah, wie er es genoß die Leute zu unterhalten und zum Lachen zu bringen.

Der 2. Montag in Dublin war ein Feiertag und somit fiel der Unterricht aus. Das besondere in Dublin an diesem Tag war der Dublin Marathon, den ich hautnah miterleben konnte und dem ich meine ganze Aufmerksamkeit an diesem Tag schenkte.

In den nächsten Tagen konzentrierte ich mich vermehrt auf die Schule, den Unterricht und die Hausaufgaben, außerdem noch damit meine Schuhe auf der Heizung trocknen zu lassen, denn es hat sehr viel geregnet.

Zum Abschluß der letzten Tage besuchte ich die Hafenstadt „Malahyd“, „Killiney“ (in der Bono von U2 lebt) und das „Bram Storker Museum“ (Autor von Dracula). Diese Museum liegt, nach Angaben des Museumsführers, 200 Meter von seinem Geburtshaus entfernt.

Samstag war es dann soweit, ich habe meinen Heimweg gestartet. Meine Gastmutter fuhr mich zum Flughafen. Dort checkte ich zu erst meine Reisetasche ein und sah mir dann in aller Ruhe den Flughafen an. Mein ersten Flug ging nach Frankfurt und dann mit einen Anschlußflug nach Hannover, wo meine Familie mit Blumen auf meine Ankunft wartete.

Abschließend möchte ich noch sagen, daß diese Reise wunderschön war und ich sie jederzeit wiederholen würde und ich hatte keinerlei Probleme. Meine Gastfamilie war eine sehr typisch freundliche Familie, mit der ich ferngesehen und teilweise sogar die Hausaufgaben verglichen habe.
Außerdem möchte ich dem Niedersächsischen Kultusministerium, besonders Frau Jäger sehr danken, die mir diese Reise ermöglicht haben.

Ich habe es sehr genossen und kann eine Sprachreise nur jedem weiterempfehlen.