Carina Sollinger

Nachdem eine Freundin mir von ihrer iST-Sprachreise vorgeschwärmt hatte, entschied ich mich relativ spontan, für eine Woche nach Edinburgh zu fahren und dort mein Englisch an „Muttersprachlern“ zu testen. Mit nur zehn Lektionen in der Woche blieb mir nachmittags genug Zeit, um die Stadt und so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich zu erkunden.


Nach meiner Ankunft am Flughafen in Edinburgh stieg ich in den Airlink Bus und war innerhalb von 15 Minuten an meiner Haltestelle. Nochmal zehn Minuten später hatte ich dann meinen Koffer die steile Straße zum Haus meiner Gastfamilie hochgezogen. Ich wurde sehr freundlich begrüßt und in mein schnuckeliges Zimmer (mit Blümchentapete und verstecktem Bücherschrank) geführt. Beim Abendessen lernte ich dann meine Mitbewohner kennen: eine Japanerin, einen Spanier und einen Italiener. Ich bin die ganze Woche lang jeden Abend mit sehr gutem (und extra für mich vegetarischem) Essen versorgt worden.


Am ersten Schultag machte ich mich mit dem Bus nach Morningside auf. Das dauerte zwar ein bisschen und ich musste früh aufstehen, aber zumindest konnte ich vom Bus aus Straßen und Teile von Edinburgh sehen, die ich zu Fuß wahrscheinlich nicht erkundet hätte. Außerdem gibt es in allen Bussen freies WLAN, das tatsächlich sofort funktioniert und auch noch schnell ist!


Vor dem privaten Wohnhaus, in dem mein Unterricht stattfinden sollte, traf ich dann auch auf meine Mitschüler. Wir waren alle sechs aus Deutschland und dementsprechend überpünktlich da. Für den Unterricht wurden wir in zwei Gruppen zu je drei Leuten aufgeteilt. Der Fokus lag auf dem Sprechen und wir unterhielten uns über alle möglichen Themen. Besonders spannend waren die Insider-Tipps unseres Lehrers, die in keinem Reiseführer zu finden sind.


Meinen ersten Nachmittag verbrachte ich damit, mir ein Wochenticket für den Bus zu kaufen (inklusive Sofort-Foto) und durch die National Portrait Gallery zu schlendern.
Insgesamt versuchte ich natürlich so viel wie möglich von Edinburgh zu sehen und die Stadt zu Fuß zu erkunden. Am Dienstag wanderte ich auf den Calton Hill und genoss die wunderschöne Aussicht, ging von dort aus weiter zum Holyrood Palace und machte auf dem Weg bei einigen verfallenen viktorianischen Friedhöfen Halt. Am Mittwoch besichtigte ich das Georgian House (wo in jedem Zimmer sehr sehr nette Volunteers sind, mit denen man sich wunderbar unterhalten kann), lief durch die New Town und fühlte mich wie in einem Jane-Austen-Film.
Der Old Town widmete ich mich am Donnerstag und ging in die St Giles Cathedral, die Royal Mile entlang zum Edinburgh Castle, gruselte mich bei einer Führung durch Mary King’s Close und fuhr dann schließlich noch mit dem Bus raus aus der Stadt zur Rosslyn Chapel (Dan Brown’s Sakrileg!).
Für Freitag konnte ich dann noch eine Karte für eine Impro-Theatershow ergattern und stürzte mich in das Festivalgeschehen. Auf dem Weg zum Theaterzelt am George Square (das aussah wie eine gigantische lila Kuh) machte ich einen Abstecher in die National Library.


Vor meinem Rückflug am Samstagnachmittag spazierte ich durch den Royal Botanic Garden, um dann müde und ein bisschen wehmütig wieder nach Hause zu fliegen.
Nach einer Woche war ich vollgefuttert mit Kultur und begeistert, wie einfach ich mich auf Englisch verständigen kann. Jetzt plane ich schon ein wenig für meine nächste Sprachreise…

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