Anika Rogotzki

Diesen Sommer habe ich mich endlich dazu durchgerungen, einen Sprachkurs zu machen. In Frage kam eigentlich nur Spanien. Meine Wahl fiel dann auf die katalanische Metropole Barcelona, weil ich die Stadt bereits bei einem vorherigen Besuch kennen und lieben gelernt hatte. Die Wahl des Veranstalters ging sehr schnell, da iSt mitunter die besten Preise und Leistungen anbot.

Da ich zu spät am Flughafen ankam, um den von der Schule angebotenen kostenlosen Transfer nutzen zu können, bin ich mit dem Flughafen-Bus (knapp € 4,-) direkt zur Plaza Catalunya gefahren. Ein Taxi hätte inkl. Gepäck ungefähr € 30,- gekostet... Vom Platz aus sind es nur knapp 5-10 Minuten zu Fuß zur Schule, wo man die Schlüssel bekommt..

Ich habe mich entschieden, in einem Studenten-Apartment zu wohnen, welche für max. 4 Personen gedacht sind. Diese sind einfach und schlicht, aber zweckmäßig ausgestattet. Die Zimmer sind nichts besonderes, aber okay. Neben Waschmaschine und Kühlschrank ist natürlich auch ausreichend Geschirr vorhanden. 1x pro Woche kam eine Putzfrau, die sauber gemacht hat. Meine Mitbewohner kamen aus der ganzen Welt. Leider hat es einen eher dazu verleitet Englisch zu reden, als Spanisch zu üben. :-) Das Apartment lag in einem ganz normalen Wohnhaus in einer Seitenstraße der Gran Via. Wenn man möchte, kann man schon gleich morgens den ersten Small-Talk mit der netten Señora am Eingang halten. Allerdings wird man auch so manche Nacht Zeuge des späten Lebens-Rhythmus der Spanier, da die Häuser sehr hellhörig gebaut sind. Meistens ist man durch das ganze Feiern jedoch müde genug, um sofort einzuschlafen. Bei der Schlüsselübergabe muss eine Kaution in Höhe von 150,-€ hinterlegt werden. Diese erhält man bei Schlüsselabgabe automatisch zurück.

Zur Schule waren es zu Fuß knapp 20 Minuten. In der Nähe lagen einige U-Bahn-Stationen, allerdings hat man dadurch wenig Zeit gewonnen. Ich rate jedem dringend davon ab, in den U-Bahn-Stationen umzusteigen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Wer 1x für eine überirdische Strecke von 200m 15 Minuten durch die Gänge marschiert ist, wird dies nie wieder tun. Dadurch, dass man vieles zu Fuß erreicht, würde ich ein T10-Ticket mit 10 Fahrten in der Innenstadt empfehlen, welches gerade mal knapp € 7,- kostet.

Die Schule war toll und sehr zentral gelegen. Der erste Tag war natürlich super spannend. Nach dem mündlichen (kurzes Gespräch) und schriftlichen (multiple choice + kurzer Text) Einstufungstest wurden wir in entsprechende Gruppen mit max. 8 Leuten eingeteilt. Ich habe den Intensiv-Kurs gebucht und hatte 4 Stunden normalen Unterricht + 2 Stunden Konversation + 1 Stunde Kulturunterricht. Den Konversations-Kurs kann ich jedem nur empfehlen. Es wurde über viele interessante Themen wie Politik, Kino, Liebe, Zeitungsartikel etc. gesprochen. Wir sollten auch mal ein Referat über ein Thema unserer Wahl halten. Man ahnt gar nicht, wie leicht einem dies fällt, wenn man sonst nichts anderes mehr hört als Spanisch. Der Unterricht dauerte von 09h bis 13h oder von 15h bis 19h. Dazwischen lagen die 2 Konversationsstunden. Die clase cultural (Kulturunterricht) ging dann von 19h bis 20h. Die Lehrer/innen sind alle sehr sympathisch und sprechen nur spanisch. Man versteht sie nach 1-2 Tagen ohne Probleme, obwohl sich das Spanisch sehr von dem typischen, deutschen Schulspanisch unterscheidet. Zum Glück. Der Unterricht war sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. Jeder Teilnehmer bekam ein eigenes Arbeitsbuch, außerdem wurden mit Kopien, CDs und Filmen unterschiedlichste Lernmaterialien eingesetzt.

Für alle kleineren und größeren Nöte ist das Sekretariat zuständig. Dort wird dann auch englisch gesprochen. Man erhält gleich am ersten Tag eine Telefonkarte von Don Quijote, welche mit mind. € 5,- aufgeladen werden kann. Sehr praktisch. Leider hat man mir versehentlich den falschen Schlüssel für mein Apartment gegeben, was zum Glück kein Problem war, da meine Mitbewohner geöffnet haben. Am nächsten Tag hat sich das Sekretariat gleich drum gekümmert, so dass ich gleich nach der Einführung den richtigen Schlüssel hatte.

Die Schule hat zahlreiche Events organisiert. Es reichte von einer Begrüßungsparty inklusive, Essen am ersten Tag bis hin zu einer Fahrt nach Montserrat mit Besuch von Freixenet (€ 45,-) sowie einem Besuch von Pamplona, da zur selben Zeit die berühmten Stiere dort durch die Straßen liefen. Leider habe ich keinen der Ausflüge mitgemacht, allerdings sollen sie sehr gut gewesen sein. Außerdem werden zahlreiche Stadtrundgänge z.B. durch den Parc Guell oder auf den Spuren Gaudis angeboten.

Obwohl ich Barcelona bereits kannte, kann ich diese Stadt jedem nur empfehlen! Sie ist eine 
pulsierende Metropole, in der man mit sehr viel Freundlichkeit empfangen wird. Im Übrigen kommt man hier auch sehr gut weiter, ohne auch nur ein Wort Catalán zu verstehen oder zu sprechen.Selbst Pepa unsere Lehrerin hat die Sprache der Katalanen nie gelernt.

Auf keinen Fall sollte man sich das Farbenschauspiel der Brunnen an der Plaza España und eine Fahrt mit der Teleferic auf den Montjuic entgehen lassen. Beide An-/Ausblicke sind atemberaubend.

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